Attacke auf vermeintliches Antifa-Mitglied: Prozessauftakt
Sie sollen einen Mann mit einem Schraubschlüssel geschlagen und mit einem Messer angegriffen haben: Den Angeklagten wird nun der Prozess gemacht.
Stuttgart (dpa/lsw) - Wegen einer mutmaßlich rechtsextrem motivierten Messerattacke auf ein vermeintliches Mitglied der Antifa in Stuttgart müssen sich zwei junge Männer nun vor dem Landgericht Stuttgart verantworten. Den Männern im Alter von 22 und 19 Jahren wird versuchter Mord und gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart mitteilte. Letztere hatte Anklage gegen die beiden erhoben. Die Angeklagten sitzen in Untersuchungshaft.
Spätestens Anfang April sollen die beiden Männer den Angaben zufolge gemeinsam den Plan gefasst haben, Menschen anzugreifen, die sie der linken politischen Szene zuordneten. Ende April sollen die beiden dann einen nach früheren Angaben 44 Jahre alten Mann im Stuttgarter Norden abgepasst und attackiert haben.
Hintergrund laut Ermittlern mutmaßlich politisches Motiv
Die Männer sollen dem Mann mit einem Schraubenschlüssel mehrfach in Richtung des Kopfes geschlagen und ihm zweimal mit einem Messer in den Brustkorb gestochen haben. Daraufhin seien die Angeklagten geflüchtet. Nur dank einer sofortigen Notoperation habe der lebensgefährlich verletzte Mann überlebt.
Hintergrund der Tat war aus Sicht der Ermittler mutmaßlich ein politisches Motiv. Zumindest einer der Angeklagten habe mit der Tat das Ziel verfolgt, in der rechtsextremen Szene Anerkennung zu erlangen, hieß es. Für eine Einbindung in rechtsextremistische Strukturen hätten sich bei den Ermittlungen aber keine Anhaltspunkte ergeben.