Fußball-Bundesliga

Atubolu: Wilde Wochen und ein schnelles Wiedersehen

Torhüter Noah Atubolu steht beim Duell zwischen Frankfurt und Freiburg im Fokus. Nach einem Wechseldrama mit Happy End. Und vor der anstehenden Reise zur Nationalmannschaft.

Gibt jetzt in Frankfurt die Kommandos: der gebürtige Freiburger Noah Atubolu. (Archivbild) Foto: Florian Wiegand/dpa
Gibt jetzt in Frankfurt die Kommandos: der gebürtige Freiburger Noah Atubolu. (Archivbild)

Freiburg (dpa) - Da kommt etwas zu auf Noah Atubolu. Schon vor dem anstehenden Abstecher zur Nationalmannschaft. 22 Tore in sechs Pflichtspielen hat der SC Freiburg in dieser Saison bereits erzielt. Nun stellt sich Eintracht Frankfurts neue Nummer eins den bravourös gestarteten Badenern in den Weg.

Atubolu gegen Freiburg. Es ist ein heißes Duell am Samstag (15.30 Uhr/Sky) in der Fußball-Bundesliga. Wegen der starken Frühform der Gäste. Vor allem aber, weil der Torhüter in diesem Sommer die Seiten gewechselt hat. Das Transfer-Theater, das zum Drama wurde, nahm für den von Jürgen Klopp für die bevorstehenden Länderspiele nominierten Atubolu doch noch ein Happy End.

Plötzlich in der Sackgasse

«Der Sommerurlaub war nicht so genussvoll, wie alles sein sollte. Ich habe viel erlebt, das war nicht immer alles top», sagte Atubolu vor einigen Wochen über den Transferpoker, der ihn zwischenzeitlich etliche Nerven gekostet haben dürfte. Nachdem er dem Sport-Club längst seinen Wechselwunsch mitgeteilt und dieser als Nachfolger daraufhin Mio Backhaus von Werder Bremen verpflichtet hatte, fand sich Atubolu plötzlich in einer Sackgasse wieder.

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Der 24-Jährige schien sich komplett verzockt zu haben. Er trainierte weiter in Freiburg, gehörte aber nicht mehr wirklich dazu. Er träumte von England - und landete schließlich in Frankfurt. Was etwas spöttisch klingen mag, war für den Torwart letztlich eine glückliche Fügung. Und für den SC ein willkommener Kompromiss. Ursprünglich sollen die Breisgauer auf eine Ablösesumme von 15 bis 20 Millionen Euro spekuliert haben. Für die nun ausgehandelte Leihe mit Kaufpflicht im Sommer 2027 sollen insgesamt gut 13 Millionen Euro fließen.

Die Causa Atubolu kostete auch ihn Nerven: SC-Sportvorstand Jochen Saier. (Archivbild) Foto: Harry Langer/dpa
Die Causa Atubolu kostete auch ihn Nerven: SC-Sportvorstand Jochen Saier. (Archivbild)

«In den Abgrund geguckt»

Ein «schwieriger Prozess» sei die Causa Atubolu gewesen, berichtete Freiburgs Sportvorstand Jochen Saier zwischenzeitlich. Das habe er «selten so erlebt». Sie hätten «ein bisschen in den Abgrund geguckt alle miteinander», sagte Saier bei Sky. Letztlich sei das Transfer-Dilemma noch «möglichst gut gelöst» worden. Es habe aber «ein blaues Auge für alle Beteiligten» hinterlassen.

Saiers Worte lassen erahnen, wie emotional der Sommer sowohl für die SC-Bosse als auch für Atubolu selbst verlaufen sein muss. Das Eigengewächs, das so viel Vertrauen von den Freiburgern bekam, zum Bundesliga-Stammkeeper und U21-Nationaltorhüter reifte. Das man natürlich nicht einfach ziehen lassen, dem man aber genauso wenig den nächsten Karriereschritt verbauen wollte. 

Es war eine Zwickmühle für alle. Aber, das betonte auch Nachfolger Backhaus noch mal nachdrücklich: Atubolu habe sich in der kurzen gemeinsamen Zeit im Breisgau immer «total fair» und «total professionell» verhalten. Daher sei er ihm «dankbar». Und freue sich auch über Atubolus neuesten Elfmeter-Coup.

Atubolus Nachfolger in Freiburg: der frühere Bremer Mio Backhaus. (Archivbild) Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
Atubolus Nachfolger in Freiburg: der frühere Bremer Mio Backhaus. (Archivbild)

Elfer-Killer im Klopp-Kader

Beim 3:1-Sieg der Frankfurter beim FSV Mainz 05 am vergangenen Samstag hatte Atubolu einen Strafstoß von Nadiem Amiri pariert. Es war bereits sein sechster gehaltener Elfmeter in Serie in der Bundesliga. Diesen Donnerstag kam dann noch die Nominierung durch den neuen Bundestrainer Klopp für die anstehenden Nations-League-Partien der DFB-Auswahl dazu. Und am Samstag geht's gegen die früheren Kollegen. Es sind wilde Wochen für Atubolu.

Er habe «viel gelernt über dieses Beratergeschäft und wer die Leute sind, Freunde und Familie, die immer für dich da sind», sagte der Neu-Frankfurter über sein persönliches Sommer-Theater. Dieses Drama. Mit Happy End.