Kultur

Ausstellung über das Relief im Museum Städel

Eva Mongi-Vollmer, Kuratorin für Sonderprojekte, und Alexander Eiling, Sammlungsleiter, lächeln. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Eva Mongi-Vollmer, Kuratorin für Sonderprojekte, und Alexander Eiling, Sammlungsleiter, lächeln.

Frankfurt/Main (dpa) - Das Frankfurter Städel Museum erforscht in einer großen Ausstellung Kunstwerke zwischen Malerei und Bildhauerei. Unter dem Titel «Herausragend!» sind Reliefs von knapp 100 Künstlern ab etwa 1800 zu sehen. In dieser «aufregenden Zone zwischen der zweiten und der dritten Dimension», so das Kuratorenteam am Dienstag, treffen die Besucher auf viele bekannte Künstler, entdecken aber meist unbekannte Werke. Denn Reliefs werden laut Städel-Direktor Philipp Demandt nur selten gezeigt, eine umfassende Ausstellung zu dieser Kunstform habe es europaweit seit Jahrzehnten nicht gegeben.

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«Herausragend! Das Relief von Rodin bis Picasso» ist von diesem Mittwoch an bis 17. September in Frankfurt zu sehen. Danach wandert die Ausstellung weiter in die Hamburger Kunsthalle (13. Oktober bis 25. Februar 2024), mit der zusammen die Schau entstand. Die Hälfte der gezeigten Kunstwerke stammt aus den Beständen der beiden Museen, der Rest aus internationalen Leihgaben oder Privatsammlungen.

Die Ausstellung deckt rund 150 Jahre Kunstgeschichte ab, ist aber bewusst nicht chronologisch - als kontinuierliche Weiterentwicklung - angelegt, sondern in Themen gebündelt. Nachgezeichnet wird etwa, wie sich das Relief von der Trägerplatte verabschiedet und frei vor der Wand schwebt, statt aus Marmor oder Bronze in Heimwerkermanier aus Alltagsmaterialien zusammengebaut wird oder als «all over» keine Begrenzung mehr hat.

Yves Klein klebt Schwämme auf die Leinwand und verwandelt sein Relief mit charakteristischem Blau in die Tiefsee. Günther Uecker «malt» mit eingeschlagenen Nägeln. Daniel Spoerri klebt alles, was nach der Party auf dem Tisch liegen blieb, auf die Leinwand. Gerhard Richter täuscht den Betrachter, indem er einen Vorhang so täuschend echt malt, dass er real erscheint. Pablo Picasso erschafft eine Violine aus verbogenem Blech, die am Ende der Schau wie eine Zusammenfassung der gesamten Ausstellung wirkt.