Eisenbahn

Bahnausflüge mit Nostalgie: Das kostet’s, dahin geht’s

Ob Dampflok-Feeling, Viaduktüberquerung oder 37 Tunnel am Stück – spezielle Bahnen bringen im Südwesten Nostalgie und Ausflugslaune auf die Schiene. Wohin man damit fahren kann und was das kostet.

Mit der Sauschwänzlebahn ist Nostalgie-Feeling garantiert. (Archivbild) Foto: Patrick Seeger/dpa
Mit der Sauschwänzlebahn ist Nostalgie-Feeling garantiert. (Archivbild)

Karlsruhe (dpa) - Ausflug gefällig und dann mit der Bahn unterwegs zu ausgewählten Zielen? Da hält der Südwesten für die Menschen besondere Angebote bereit. Momentan ist wieder Saison für historische Eisenbahnfahrten und andere spezielle Freizeittouren auf der Schiene. Museumsbahnen tuckern auf ausgewählten Strecken; auch sogenannte Freizeitexpresse sind saisonal unterwegs. Was lohnt sich? Und wann kann das Rad mitgenommen werden? 

Wann fahren die Bahnen und was bieten sie? 

Die Freizeitexpresse sollen Fahrgäste nach eigenen Angaben «in die schönsten Ausflugsregionen von Baden-Württemberg - ob zum Wandern, für eine Radtour oder um schöne Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke» bringen. Sie fahren zumeist seit Mai und noch bis Oktober jeweils am Wochenende oder an Feiertagen. Nur manche dieser Bahnen fahren auch unter der Woche. Details findet man je Linie im Fahrplan.

Die Museumsbahnen richten sich an alle, die sich für historische Eisenbahnen und Dampfloks begeistern. Diese fahren an ausgewählten Tagen und sind laut Verkehrsministerium meist auf nicht-öffentlichen Strecken unterwegs. 

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Welche Bahn nimmt man am besten?

Bahn-Nostalgiker sind vorzugsweise in einer der 20 historischen Museumsbahnen aufgehoben. Besonders urig sieht beispielsweise die Dampflok «Feuriger Elias» aus. Laut Website geht der Name der über 100 Jahre alten Lok auf den himmlischen Propheten Elias zurück, der mit einem Pferdewagen gen Himmel gefahren sein soll. Auf irdischem Wege zieht die Lok heutzutage die Waggons über 22 Kilometer von der S-Bahn-Haltestelle Korntal im Kreis Ludwigsburg nach Weissach (Kreis Böblingen).

Die Etzwiler Bahn, die laut Website einzige internationale Museumsbahn Baden-Württembergs, fährt von Singen in die Schweiz über Etzwilen nach Stein am Rhein. Bahnfans dürften auf ihre Kosten kommen, wenn die Bahn bei Etzwilen den Rhein auf einem Viadukt überquert.

Wer mit dem Dampfzug ins Albtal will, klettert in den historischen Dampfzug der Albtalbahn. Sie startet an ausgewählten Tagen am Karlsruher Hauptbahnhof und zuckelt von dort nach Bad Herrenalb im Kreis Calw. Mit der Sauschwänzlebahn kann man 25 Kilometer steil auf und ab von Blumberg (Schwarzwald-Baar-Kreis) nach Weizen (Kreis Waldshut) über vier Brücken und durch sechs Tunnel und wieder zurückfahren. 

Am Kaiserstuhl im Schwarzwald verkehrt der Rebenbummler-Express von Riegel über Endingen nach Breisach - zwar ohne Dampflok, aber mit zwei historischen Triebwagen aus den Jahren 1966 und 1967. Wer Tunnel mag, besteigt die Schwarzwaldbahn, eine der tunnelreichsten Gebirgsbahnen weltweit. Sie bringt einen auf einer Strecke von knapp 80 Kilometern nach Hausach - und fährt dabei durch 37 Tunnel.

Wie sieht es mit den Freizeitexpress-Zügen aus?

Sie haben Namen wie Kloster Flitzer, Moorbahn, Räuberbahn, Schieferbahn oder Ostalb und eignen sich besonders für Fahrradfahrer, Familien oder Tagesausflüge. So fährt die Bahn Ostalb über die Ostalb von Amstetten (Alb-Donau-Kreis) nach Gerstetten (Kreis Heidenheim). Die Räuberbahn verkehrt an Wochenenden und Feiertagen zwischen Aulendorf (Kreis Ravensburg) und Pfullendorf (Kreis Sigmaringen) und fährt dabei durch Landschaften zwischen Bodensee und Allgäu. Die Schieferbahn pendelt von Balingen (Zollernalbkreis) nach Schömberg im Kreis Calw und zurück.

Was für Ziele werden angesteuert?

Der Freizeitexpress Südbahn bringt einen direkt von Stuttgart über Ulm bis zum westlichen Bodensee und in den Hegau. Viele Badeorte werden angesteuert - und ein großer Fahrradwagen bietet jede Menge Platz für Zweiräder, heißt es dort auf der Homepage. Das Fahrrad darf übrigens in der Regel kostenlos mitgenommen werden.

Beim Kloster Flitzer ist der Name Programm: Ab 26. Juli bis 13. September können Interessierte jeden Sonntag zum Unesco-Weltkulturerbe Kloster Maulbronn im Enzkreis fahren - ab Stuttgart ohne Umstieg. Wer einen interessanten Zwischenhalt machen möchte, steigt beispielsweise schon in Ludwigsburg aus und besucht die Gärten rund um das Schloss Ludwigsburg, das sogenannte Blühende Barock.

Wie bucht man und was kosten die Tickets?

Das kommt darauf an. Die historischen Museumsbahnen werden von privaten Vereinen betrieben und die Fahrkarten laut Verkehrsministerium direkt von den Betreibern verkauft. Man bucht demnach gezielt über die Website beziehungsweise Homepage der gewünschten Museumsbahn, die Preise variieren je nach Strecke. Eine Hin- und Rückfahrt in der Sauschwänzlebahn mit Dampflok von Blumberg nach Weizen kostet laut Website zum Beispiel 39 Euro für Erwachsene. Mit Diesellok ist es demzufolge günstiger: Dann werden 28 Euro fällig.

Das Deutschlandticket gilt für diese besonderen Züge normalerweise nicht. Manche Museumsbahn-Betreiber erkennen es aber dennoch an und verknüpfen das dann gegebenenfalls mit einem «Dampfzuschlag» oder «Schmalspurzuschlag», wie eine Ministeriumssprecherin erläutert.

Die Freizeitexpresse hingegen werden dem Ministerium zufolge vom Land bestellt. Dort gelten beispielsweise die Baden-Württemberg-Tickets oder natürlich das Deutschlandticket und Einzeltickets je nach ÖPNV-Verbundgebiet.