Kirche

Bischöfe gegen Leihmutterschaft - «Es geht um Menschenwürde»

Leihmutterschaft schafft aus Sicht der katholischen Bischöfe schwierige Lebenssituationen für Kinder und gefährdet auch die Würde von Leihmüttern. Sie sind deshalb gegen eine Zulassung.

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck sieht im Falle von Leihmutterschaften die Menschenwürde von Kind und Mutter in Gefahr. (Archivbild) Foto: Bernd Thissen/dpa
Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck sieht im Falle von Leihmutterschaften die Menschenwürde von Kind und Mutter in Gefahr. (Archivbild)

Fulda (dpa) - Die katholischen Bischöfe haben sich klar gegen eine Zulassung der Leihmutterschaft in Deutschland ausgesprochen und damit ihre kritische Haltung bekräftigt. Bei allem Verständnis für die Situation von Menschen mit einem tiefen und als existenziell empfundenen Kinderwunsch könne man diesen Weg nicht befürworten, erklärte der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck anlässlich der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda. Neben einer Gefährdung der Würde des Kindes und potenzieller Leihmütter begründete er die ablehnende Haltung auch mit ethischen Aspekten der Fortpflanzungsmedizin.

Die Debatte um die Leihmutterschaft war durch den CDU-Politiker Jens Spahn neu angefacht worden. Bereits im Juli war er als CDU-Bundestagsfraktionschef zurückgetreten, nachdem er und sein Mann mit Hilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden waren - was in der Partei Empörung ausgelöst hatte. 

Es gehe ausdrücklich nicht darum, den Eltern den Wunsch abzusprechen, ein Kind liebevoll und verantwortungsvoll zu zeugen und zur Welt bringen zu können, betonte Overbeck. Das Kind als schwächste am Geschehen beteiligte Person sei aber am existenziellsten betroffen und bedürfe eines besonderen Schutzes. 

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«Es geht eben um die Menschenwürde»

Bei einer Leihmutterschaft werde «bewusst und willentlich» eine komplexe Lebenssituation für das Kind geschaffen. Es werde «zum Objekt eines Vertrages unter Erwachsenen», je nach seinem Gesundheitszustand bestehe sogar die Gefahr, dass ein Kind «als Schadensfall betrachtet wird», so Overbeck. 

Mit Blick auf Leihmütter verwies Overbeck auf das existenzielle Erleben von Schwangerschaft, Geburt und Mutterschaft, die zum Vertragsgegenstand würden. Vor allem bei Leihmutterschaften im Ausland bestehe die Gefahr ausbeuterischer Rahmenbedingungen. «Es geht eben um die Menschenwürde des Kindes und um die Menschenwürde der Mutter», sagte Overbeck. 

Auch das Argument, man könne in Deutschland durch strenge gesetzliche Rahmenbedingungen für Leihmutterschaften «etwas etablieren, was dieser Problematik entginge, glaube ich, ist nicht überzeugend». Medizinisch sei die Leihmutterschaft zudem mit Verfahren verbunden, die man für «ethisch hoch bedenklich» halte - etwa den selektiven Umgang mit menschlichen Embryonen.