Bischöfe sichern Kirche Solidarität bei AfD-Regierung zu
Bischof Bätzing warnt vor «Heilsversprechen und Lügen» der AfD. Er erklärt, warum die Bistümer notfalls einspringen, falls staatliche Leistungen in Sachsen-Anhalt wegfallen sollten.
Limburg (dpa) - Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben die deutschen Bischöfe der dortigen katholischen Kirche für den Fall einer AfD-geführten Landesregierung ihre Solidarität in Aussicht gestellt. Das sagte der Limburger Bischof Georg Bätzing. Sollte es unter einer solchen Landesregierung zu «Übergriffen» in der Form kommen, dass staatliche Leistungen und der Kirchensteuereinzug eingestellt würden, könne ein Bistum zunächst klagen, so Bätzing.
Die Gegenseite werde dann möglicherweise darauf setzen, dass man die Kirche mit ihren Einrichtungen «aushungert». «Dann springen wir ein», sagte Bätzing. Das sei in der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) auch bereits so vereinbart worden. Bätzing war bis Februar dieses Jahres für sechs Jahre DBK-Vorsitzender und hatte das Amt an den Bischof von Münster, Heiner Wilmer, übergeben.
Bätzing wandte sich zudem erneut klar gegen die AfD. Man müsse mit Politikern sprechen, die gesellschaftliche Herausforderungen annähmen und ehrliche Lösungen finden wollten. «Das ist bei der AfD keineswegs zu erkennen», sagte der Limburger Bischof, der am 18. September vor zehn Jahren seine Bischofsweihe empfangen hatte. «Es gibt nichts in diesem Parteiprogramm, was mit uns und unseren Anliegen übereinstimmt.» Die Partei gewinne ihre Wähler mit «Heilsversprechen und Lügen».
Grundsätzlich sei er bereit, mit AfD-Wählerinnen und -Wählern zu sprechen, «um sie zu überzeugen, diese Partei nicht zu wählen», so Bätzing. Vor allem diese seien die Verlierer der Wahl. Er betonte zugleich: «Bei dieser Wahl hat jeder gewusst, was er wählt.» Mit den «Ideologen» der AfD sei er dagegen nicht bereit zu reden. «Ich weiß nicht worüber.»