Katholische Kirche

Bischöfe warnen vor AfD in Regierungsverantwortung

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, sagt, die AfD wolle «ein anderes Deutschland». Die Kirche werde bei Hass und Hetze weiter Stellung beziehen, betont er.

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, verweist auf Menschenwürde, Nächstenliebe und demokratische Kultur als Antwort der Kirche. Foto: Florian Wiegand/dpa
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, verweist auf Menschenwürde, Nächstenliebe und demokratische Kultur als Antwort der Kirche.

Fulda (dpa) - Die katholischen Bischöfe in Deutschland haben ihre Kritik an der AfD zum Abschluss ihrer Herbstvollversammlung in Fulda bekräftigt und vor den Folgen einer Regierungsbeteiligung der Partei gewarnt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, sagte, man stehe vor einem «Paradigmenwechsel», wenn die AfD Regierungsverantwortung übernehme. 

«Wir stärken allen den Rücken»

«Die AfD stellt die Grundwerte unseres Zusammenlebens infrage. Sie will ein anderes Deutschland», erklärte Wilmer. Er stellte sich vor dem Hintergrund der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zugleich demonstrativ hinter den Magdeburger Bischof Gerhard Feige und das Bistum Magdeburg. «Wir stärken allen den Rücken.»

Trotzdem sei es erschreckend, wenn 30 Prozent der Katholikinnen und Katholiken im Osten die AfD wählten, eine Partei, die dem christlichen Gottes- und Menschenbild diametral widerspreche und die in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem eingestuft sei.

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Mit Menschen reden und ihnen zuhören

Der Auftrag der Kirche sei, mit den Menschen zu reden und ihnen Raum zum Zuhören zu geben. Ihre Antwort sei der Verweis auf die jüdisch-christliche Tradition, auf Menschenwürde, Nächstenliebe und demokratische Kultur.

«Wir alle gehören zusammen als Menschheitsfamilie», sagte Wilmer. Niemand könne sich alleine retten, weder Deutschland noch Europa. «Wir kommen nur gut durch die Fluten und vorbei an den Klippen, wenn wir im Sinne des Heiligen Vaters, Papst Leo, zusammenhalten und uns als große Familie betrachten.»

«Brauchen Stärkung der demokratisch-politischen Mitte»

Völkischer Nationalismus und Christentum seien unvereinbar, unterstrich Wilmer. Die Kirche werde sich weiter zu Wort melden, wenn Hass und Hetze gegen Bevölkerungsgruppen zunehme oder demokratische Institutionen geschwächt werden sollten.

«Wir werden alles tun als katholische Bischöfe und als verfasste katholische Kirche in Deutschland, um die erstarkenden zentrifugalen Kräfte in der Gesellschaft zu stoppen», betonte er. «Wir brauchen eine neue Dynamik für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir brauchen die Stärkung der demokratisch-politischen Mitte.»