Brauchtum

Countdown für Hessentag: Erstes Landesfest nach drei Jahren

Drei Jahre lang machte Corona den Planern von Hessentagen einen Strich durch die Rechnung. In Kürze startet das erste Landesfest nach der Pandemie in Pfungstadt. Das Virus machte es aber den Machern in Südhessen nicht leicht. Abgucken oder Fehleranalysen: Fehlanzeige.

Das Wappen von Pfungstadt (l-r), der Hessen-Löwe und die «Hessentags-Flagge» wehen im Wind. Foto: Andreas Arnold/dpa
Das Wappen von Pfungstadt (l-r), der Hessen-Löwe und die «Hessentags-Flagge» wehen im Wind.

Pfungstadt (dpa/lhe) - Pop-Größen, Comedians, Informationsangebote, Traditionsgruppen und ein großer Festumzug, in Pfungstadt läuft der Countdown für den ersten Hessentag nach drei Jahren. In diesen Tagen wird nach den Worten von Bürgermeister Patrick Koch (SPD) mit Nachdruck mit den Aufbauarbeiten für das Landesfest begonnen.

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50 Jahre nach dem ersten dieser Feste in der Stadt südwestlich von Darmstadt rechnen die Macher in der Zeit vom 2. bis 11. Juni mit einem Ansturm. Man habe Erhebungen am Beispiel anderer Landesfeste gemacht. «Wir haben das mal auf unsere Kapazitäten heruntergebrochen und wir rechnen mit 600.000 Besucherinnen und Besuchern in zehn Tagen», sagte Koch der Deutschen Presse-Agentur.

Den Hessentag gibt es seit 1961. Ins Leben gerufen wurde er vom damaligen Ministerpräsidenten Georg August Zinn (SPD), der das Gemeinschaftsgefühl in dem Bundesland mit seinen zahlreichen Vertriebenen und Neubürgern fördern wollte.

Zum letzten Mal wurde der Hessentag 2019 in Bad Hersfeld veranstaltet. Wegen der Corona-Pandemie mussten die Feste in Bad Vilbel, Haiger und Fulda abgesagt werden.

Der Ausfall der letzten Feste stellte auch die Planer in Pfungstadt vor Probleme. «Wir dachten, wir können bei den anderen Hessentagen gucken, wie die das machen und das war natürlich nicht der Fall», sagte Koch.

Man habe nicht lernen können, was die anderen gegebenenfalls für Fehler machen, die man dann selbst schon mal hätte vermeiden können. «Wir müssen jetzt unsere eigenen Fehler machen.» Wir hätte wahrscheinlich woanders gelernt, wie wir es besser machen können. «Es macht die Sache nicht einfacher.»

Trotz der Probleme sieht das Stadtoberhaupt aber das Positive und die Chancen für die 25.000 Einwohner zählende Stadt. «Einer Stadt wie Pfungstadt tut es gut, wenn sie mal über eine gewisse Zeit im Fokus steht.» Bislang sei Pfungstadt die Stadt mit der Brauerei gewesen. Die ist weg. Jetzt könne die Kommune mal mit etwas anderem die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Und das Programm für das Landesfest und dem Motto «Pfungstadt zieht an» ist riesig. Es werden Stars wie Peter Maffay, Sarah Connor, Nico Santos, Silbermond oder Comedian Bülent Ceylan auftreten. Auf mehreren Bühnen gibt es Jazz, Rock, Blasmusik, Shanty Chöre, Schlager oder Kinderlieder. Vereine, Initiativen oder Behörden informieren über ihre Arbeit.

Neugierige können sich über Greifvögel, die Jäger- und Falknerausbildung, Bienen und die Imkerei informieren. Insgesamt gibt es an der vom Südwesten bis in den Nordosten der Stadt reichenden Hessentagsmeile beim 60. Fest dieser Art rund 1000 Programmpunkte.

Bei der Finanzierung musste kürzlich allerdings nachjustiert werden. Die Teuerungen der vergangenen Monate gingen auch an den Planern nicht spurlos vorbei. Statt der zunächst veranschlagten Kosten von 8,7 Millionen Euro liegt das Gesamtvolumen jetzt bei 10,6 Millionen. «Wir haben alle die letzten Jahre erlebt, wie die Preise gestiegen sind», sagte Koch. Vieles sei teurer geworden und das bilde sich auch auf dem Hessentag ab. Das habe den Kostenrahmen massiv durcheinander gebracht.

Bei den Kosten springt aber auch das Land in die Bresche. «Bis zu zwei Millionen Euro können zur Abdeckung etwaiger Defizite genutzt werden, die bei der Umsetzung der Veranstaltung, der sogenannten Kernmodule, entstehen», heißt es aus der Staatskanzlei.

Zudem würden 6,5 Millionen Euro für Investitionen in der Stadt bereitstehen. So gebe es zum Beispiel 2,5 Millionen für die Sanierung einer Sporthalle. «Wir haben der Stadt Pfungstadt zudem zugesagt, dass wir uns nach der Vorlage der geprüften Endabrechnung partnerschaftlich mit unabweisbaren Mehrausgaben befassen.»