Tausende kommen zu den Mai-Kundgebungen in Hessen
In Hessen sind am Tag der Arbeit Tausende Menschen auf die Straßen gegangen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund zeigt sich zufrieden mit dem Zulauf zu seinen Veranstaltungen in Hessen.
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Am Tag der Arbeit haben sich Tausende Menschen in Hessen an den landesweiten Kundgebungen beteiligt. Unter dem Slogan «Ungebrochen solidarisch» versammelten sich am Montag landesweit 16.000 Menschen, wie der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mitteilte. «Der 1. Mai ist unser Tag. Er steht für die Solidarität der abhängig Beschäftigten, für ihre Forderungen nach besseren Arbeits- und Lebensbedingungen», sagte Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB-Hessen-Thüringen laut Mitteilung.
In Frankfurt nahmen etwa 3500 Menschen verschiedener politischer und gewerkschaftlicher Couleur an einer Kundgebung mit Verdi-Chef Frank Werneke teil. «Der beste und am Ende einzige Weg, um die steigenden Lebenshaltungskosten auszugleichen, sind kräftige Lohn- und Gehaltszuwächse», rief der Bundesvorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft. Menschen mit niedrigen Löhnen seien von der Inflation überproportional betroffen, sagte Werneke bei der DGB-Kundgebung auf dem Frankfurter Römerberg. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sprach in Herborn im Lahn-Dill-Kreis ebenfalls bei einer 1.-Mai-Demonstration.
Werneke lobte in Frankfurt die bundesweit hohe Beteiligung an Streiks und verteidigte das Recht auf Arbeitsausstände. «Spätestens, wenn sie können wie sie wollen, werden die Konservativen und Wirtschaftsliberalen nicht davor zurückschrecken, das Streikrecht einzuschränken», warnte der Verdi-Chef.
Er forderte zudem ein Verbot von Mitgliedschaften von Betrieben ohne Tarifbindung in Arbeitgeberverbänden. Öffentliche Aufträge sollten nur an Unternehmen vergeben werden, die nach Tarif zahlten. Diese Forderung stellte auch der gewählte Frankfurter Oberbürgermeister Mike Josef (SPD).
Bei der Mai-Kundgebung der IG Metall in Herborn forderte Bundesinnenministerin Faeser eine sozialere Bildungspolitik. «Es ist skandalös, dass in Hessen immer noch der Geldbeutel der Eltern darüber entscheidet, ob die Tochter oder der Sohn in der Schule erfolgreich ist», sagte die Ministerin laut Mitteilung. Sie ist auch hessische SPD-Chefin.
Der DGB hatte am Tag der Arbeit bundesweit zu Kundgebungen aufgerufen, nach Gewerkschaftsangaben waren allein in Hessen mehr als 30 Veranstaltungen geplant.