Kulturministerin

Dorn sieht «wachsenden intellektuellen Antisemitismus»

Kassel (dpa) - Die hessische Kulturministerin Angela Dorn (Grüne) hat vor einem «wachsenden intellektuellen Antisemitismus» gewarnt. Dieser komme zu einem wachsenden Antisemitismus von rechts und von Menschen mit Migrationshintergrund hinzu, die vom Islamismus beeinflusst seien, sagte sie am Freitagabend bei einer Diskussionsveranstaltung in Kassel, bei der es unter anderem um die Aufarbeitung des Antisemitismus-Eklats bei der Kunstschau documenta im vergangenen Jahr ging.

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Der intellektuelle Antisemitismus sei gefährlich, sagte Dorn. Er stelle den Terror der Hamas als legitime Antwort auf die Politik Israels dar. Es dürfe nicht sein, dass Juden in aller Welt jeden Tag um ihr Leben fürchten müssten.

Mit Blick auf die Zukunft der documenta sprach sich die Ministerin für eine gründliche Aufarbeitung des Eklats der vergangenen Schau aus. «Der Schatten der documenta 15 darf nicht auf der documenta 16 liegen», sagte sie. Die 16. Ausgabe der Kunstausstellung ist für 2027 in Kassel geplant. Traditionell findet die documenta alle fünf Jahre statt.

Der Geschäftsführer der documenta, Andreas Hoffmann, bekräftigte bei der Veranstaltung am Freitagabend seine Forderung nach einem umfassenden Neustart der Kunstschau. Zuvor hatte er sich bereits dafür eingesetzt, die Organisationsstruktur der documenta unter die Lupe zu nehmen. Nach seinen Worten sollen mit Hilfe externer Experten Verantwortlichkeiten, Strukturen und Prozesse geprüft werden.