Ausbildungsjahr 2023

Drei von vier Azubis in Hessen werden übernommen

Wer in Hessen eine Ausbildung absolviert, kann häufig auf eine Übernahme rechnen. Die Unternehmen locken Bewerber zunehmend mit Extras.

Nach der Ausbildung werden viele übernommen. (Archivbild) Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Nach der Ausbildung werden viele übernommen. (Archivbild)

Frankfurt/Main (dpa) - Im vergangenen Jahr haben die Ausbildungsbetriebe in Hessen drei von vier ihrer fertigen Auszubildenden übernommen. Damit sei der Rekordwert aus dem Jahr zuvor gehalten, heißt es in einem Bericht des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur.

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Die duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule ist in den Augen des Wirtschaftsministers Kaweh Mansoori ein «Erfolgsmodell». Der SPD-Politiker sagt: «Da die hessische Wirtschaft gut ausgebildete Fachkräfte gerade auch aus dem Bereich der beruflichen Bildung braucht, sind Karrieren mit beruflicher Ausbildung so aussichtsreich wie nie.» 

Der Leiter der Regionaldirektion der Arbeitsagentur, Frank Martin, warnte davor, klassische Ausbildungsberufe ins Abseits zu stellen. «Eine solide Ausbildung schützt nachweislich vor Langzeitarbeitslosigkeit und eröffnet vielfältige Perspektiven und Karrieremöglichkeiten.» Langfristig müsse die duale Ausbildung von Jugendlichen und Eltern wieder als erstrebenswerter Start ins Berufsleben gesehen werden. 

In Hessen wurden im Ausbildungsjahr 2022/2023 mehr Ausbildungsplätze angeboten und besetzt als im Jahr zuvor. Gleichzeitig blieben aber auch mehr Lehrstellen unbesetzt. Die Hälfte der Betriebe mit offen gebliebenen Stellen erklärte, dass sie weniger Bewerbungen erhalten als Ausbildungsplätze angeboten haben. Als übergeordnete Problemlagen wurden zudem die Arbeitsbedingungen, ein schlechtes Image des Ausbildungsberufes und als gering wahrgenommene Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten genannt. 

Die Betriebe greifen nach eigenen Angaben zu zusätzlichen Mitteln, um geeignete Jugendliche zu gewinnen. Vor allem größere Unternehmen leisten Sonderzahlungen (37 Prozent) oder unterstützen die Mobilität der Auszubildenden (28 Prozent). Jeder fünfte ausbildungsberechtigte Betrieb (19 Prozent) stattete zudem seine Auszubildenden mit Sachleistungen wie Handys oder Tablets aus. Jeweils sieben Prozent vermittelten Wohnmöglichkeiten oder unterstützten die Unterbringung der Auszubildenden finanziell.