Tarifverhandlungen

Dreitägiger ÖPNV-Warnstreik ab Mittwoch angekündigt

Ein Streik folgt auf den Nächsten: Nach dem Streik bei der Bahn sorgt ein Warnstreik im ÖPNV in vier hessischen Städten drei Tage lang für Einschränkungen.

Ein leerer Bahnsteig in Frankfurt am Main. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild
Ein leerer Bahnsteig in Frankfurt am Main.

Frankfurt (dpa/lhe) - Nach dem Ende des Bahnstreiks steht in Hessen der nächste Ausstand im ÖPNV an: Die Gewerkschaft Verdi hat im kommunalen Nahverkehr in Frankfurt, Kassel, Wiesbaden und Gießen zu einem dreitägigen Warnstreik aufgerufen. Der Ausstand soll mit der Frühschicht am Mittwoch starten und bis zum Ende der Spätschicht am Freitag andauern, wie die Gewerkschaft am Dienstag mitteilte. Dadurch kann es bis in die Nacht zum Samstag Einschränkungen geben.

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In Frankfurt sollen für die Dauer des Warnstreiks keine U-Bahnen und Straßenbahnen fahren. S-Bahnen und der Regionalverkehr sollen indes wieder fahren, auch der Busverkehr soll in der Frankfurt nicht betroffen sein, teilte die Verkehrsgesellschaft Traffiq mit. Es sei mit einer spürbar höheren Nachfrage im Busverkehr zu rechnen. In Kassel seien während des Streiks gravierende Einschränkungen bei Bussen und Bahnen zu erwarten, sagte eine Sprecherin der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG).

In Gießen sollen die Busse während des Ausstands nach Samstagsfahrplan unterwegs sein, wie die örtlichen Stadtwerke mitteilten. In Wiesbaden ist weitgehend mit einem Stillstand im Busverkehr zu rechnen, nur einzelne Linien von Partnerunternehmen dürften fahren, wie das Busunternehmen ESWE Verkehr mitteilte.

In Hessen geht es in den Tarifverhandlungen den Angaben zufolge hauptsächlich um bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten, beispielsweise durch eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden, mehr Urlaubstage sowie zusätzliche Entlastungstage für Schicht- und Nachtarbeit. Verdi verhandelt derzeit in mehreren Bundesländern über neue Manteltarifverträge für die kommunalen Nahverkehrsbetriebe. Zuletzt hatte es am 1. und 2. März einen zweitägigen Warnstreik im kommunalen ÖPNV in Hessen gegeben.

Der Kommunale Arbeitgeberverband Hessen (KAV) äußerte am Dienstag Unverständnis. «Die kommunalen Arbeitgeber fordern ver.di-Hessen auf, die Streiks unmittelbar einzustellen und die Verhandlungen fortzusetzen», sagte KAV-Geschäftsführer Burkhard Albers. Beim vergangenen Verhandlungstermin Anfang März habe die Arbeitgeberseite ein umfassendes Angebot vorgelegt, das von Verdi als verhandlungsfähig eingestuft worden sei. Verdi-Verhandlungsführer Jochen Koppel sagte am Dienstag derweil, in das Angebot sei der bereits gültige Tarifabschluss vom vergangenen Jahr eingeflossen. Auf die Forderung nach Entlastung werde nicht eingegangen. «Die Beschäftigten fühlen sich nicht ernst genommen von den Arbeitgebern», sagte der Gewerkschafter.