DRK zu Blutspenden: «Demografischer Wandel wird uns treffen»
Blutspender in Hessen sind im Schnitt 46 Jahre alt. Das DRK will nun auch gezielt jüngere Menschen mobilisieren.
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Anlässlich des Weltblutspendetags an diesem Freitag (14. Juni) ruft Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz dazu auf, auch in der Sommer- und Urlaubszeit Blut zu spenden. «Regelmäßig wird in den Sommermonaten die Versorgung mit Blutkonserven knapp, da es keine künstlichen Alternativen für Blut gibt», sagte die CDU-Politikerin. Laut den Angaben werden in Deutschland täglich zwischen 14.000 und 15.000 Blutspenden benötigt, um eine sichere Versorgung gewährleisten zu können.
Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) will neue Spender mobilisieren und setzt dabei auch auf jüngere Menschen. «In Hessen liegt der Altersdurchschnitt der Spender bei 46 Jahren», sagt Martin Oesterer, Bereichsleitung Spenderbeziehungsmanagement beim DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg/Hessen. Der große Spenderstamm sei die Boomer-Generation. Diese entwickle sich allmählich eher von der Spender- zur Empfängergruppe. «Der demografische Wandel wird uns treffen. Wir müssen den Generationswechsel ohne Versorgungsengpässe hinbekommen.»
Im vergangenen Jahr wurden die Vorgaben beim Blutspenden geändert: Die Höchstaltersgrenze entfiel. Jeder ab 18 Jahren darf also spenden, wenn die gesundheitlichen Voraussetzungen gegeben sind. Und auch homo- und bisexuelle Menschen dürfen nicht mehr aufgrund ihrer sexuellen Orientierung als Blutspender abgelehnt werden.
«Wir haben noch keinen merklichen Zuwachs an Spendern festgestellt», sagte Oesterer. Weder bei homosexuellen Männern noch bei Seniorinnen oder Senioren, die über 72 Jahre alt seien.
Die erneuerte Richtlinie der Bundesärztekammer trat im September in Kraft. Die Änderungen erfolgten im Einvernehmen mit dem Paul-Ehrlich-Institut sowie unter Beteiligung des Bundesgesundheitsministeriums und des Robert Koch-Instituts. Spende-Interessierte werden nun nicht mehr nach ihrer sexuellen Orientierung, sondern nach der Anzahl der Sexualpartner und der Sexualpraxis befragt. Auch heterosexuelle Menschen müssen also künftig konkret Angaben zu ihrer Sexualpraxis machen.