«Druck ist da»: Darmstadts erster Auftritt nach Debakel
Darmstadts Leistungen schwanken, die Kritik wächst. Vor dem Duell mit St. Pauli macht Trainer Florian Kohfeldt klar, wie er die Lage einschätzt.
Darmstadt (dpa) - Trotz des 0:4-Debakels beim Karlsruher SC und der wachsenden Kritik an den Leistungen seines Teams hat sich Darmstadts Trainer Florian Kohfeldt nicht selbst aufbauen müssen. «Nein, zu keiner Sekunde», entgegnete er auf eine entsprechende Frage. Zwar wolle er nicht kleinreden, dass seine Mannschaft einen «katastrophalen Auftritt von A bis Z» hingelegt habe. Es sei jedoch auch nicht der Fall, dass der hessische Fußball-Zweitligist seit zehn Wochen nicht mehr gewonnen habe.
Vor der Niederlage beim KSC gab es neben dem 1:5 beim VfL Wolfsburg auch zwei Heimsiege gegen Arminia Bielefeld (2:1) und Energie Cottbus (3:1). Die Leistungen seien aber nicht konstant genug, meinte Kohfeldt. «Druck ist jetzt da», sagte er vor dem Heimspiel am Freitagabend (18.30 Uhr/Sky) gegen den Bundesliga-Absteiger FC St. Pauli. «Aber wer diesen Druck nicht liebt, hat hier auch nichts zu suchen.»
Auch sei es nicht angebracht, dem Team Mitleid auszusprechen. Die Mannschaft habe sich unter der Woche kontrovers ausgetauscht und mit der Situation auseinandergesetzt, sagte Kohfeldt, dessen Team in der Tabelle mit sieben Punkten nur Vorletzter ist.
«Mit voller Kraft hier»
Kohfeldt will nun die Kehrtwende einleiten. «Ich bin hier mit voller Kraft - zu 1.000 Prozent, wenn ich in dieses Stadion und in diese Kabine gehe. Das ist der Anspruch an mich selbst und an diesen Verein», sagte er. «Wenn dieses Gefühl nicht mehr da ist, dann sitzen wir hier auf unserer letzten Pressekonferenz.»
Verletzungsbedingt fehlen werden gegen den Kiez-Club Merveille Papela, Luca Marseiler, Yosuke Furukawa, Carlo Sickinger und Fabian Nürnberger.
Marco Richter und Lance Duijvestijn, die zuletzt etwas zu verspielt agierten, müssen indes kein «Hacken-Verbot» befürchten. Er wolle diesen Kreativspielern «diese Momente nicht wegnehmen», sagte Kohfeldt. Gleichwohl gehe es darum, «der Situation angemessen» zu spielen.