Geldwäsche

Ermittlungen gegen Bande: Vier Verdächtige in U-Haft

Blaulichter leuchten auf dem Dach eines Streifenwagens der Polizei. Foto: Carsten Rehder/dpa/Symbolbild
Blaulichter leuchten auf dem Dach eines Streifenwagens der Polizei.

Offenbach (dpa) - Nach Durchsuchungen in mehreren Bundesländern und im europäischen Ausland sitzen vier Mitglieder einer mutmaßlichen Geldwäsche-Bande in Untersuchungshaft. 14 Tatverdächtige seien vorläufig festgenommen worden, teilten die Staatsanwaltschaft Darmstadt und das Polizeipräsidium Südosthessen am Mittwoch mit. Die Tatverdächtigen stehen nach Angaben der Ermittler im Verdacht, ein sogenanntes Hawala-Banking-Netzwerk betrieben, eine kriminelle Vereinigung gebildet und banden- sowie gewerbsmäßige Geldwäsche begangen zu haben. Aufgrund der bisherigen Ermittlungsergebnisse sei aktuell von rund 25 Millionen Euro Umsatz auszugehen.

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Hawala bedeutet auf Arabisch so viel wie «Wechsel». Strohmänner führen gegen Gebühr Geldsendungen über Landesgrenzen hinweg außerhalb des Banksystems durch. Solche anonymen Transaktionen können sowohl für legale Zwecke verwendet werden, als auch von Straftätern etwa zur Verschleierung der Herkunft von Geldern genutzt werden.

Am Dienstag wurden den Angaben zufolge im Zusammenhang mit den Ermittlungen 99 Wohnungen beziehungsweise Geschäftsräume durchsucht. Mehrere Hundert Einsatzkräfte waren dabei in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen im Einsatz. Außerdem gab es Durchsuchungen in Polen, Österreich und den Niederlanden.

Die eingesetzten Beamtinnen und Beamten stellten Bargeld im hohen sechsstelligen Euro-Bereich sicher, außerdem zwei hochwertige Fahrzeuge sowie 17 Uhren im Gesamtwert von rund 500.000 Euro. Ausgewertet werden nun unter anderem Daten auf etwa 100 beschlagnahmten Mobiltelefonen sowie Schriftstücke in etwa 800 Aktenordnern.