Extremismus

Experten: Zahl der queerfeindlichen Angriffe nimmt zu

Die Zahl der Attacken gegen queere Menschen hat auch in Hessen deutlich zugenommen. Das Demokratiezentrum im Land analysiert mögliche Motive rechtsextremer Täter.

Rechtsextreme attackieren Experten zufolge zunehmend auch queere Menschen. (Symbolbild) Foto: Thomas Banneyer/dpa
Rechtsextreme attackieren Experten zufolge zunehmend auch queere Menschen. (Symbolbild)

Marburg (dpa/lhe) - Rechtsextreme nutzen nach Einschätzung des Demokratiezentrums Hessen zunehmend queerfeindliche Angriffe als Mobilisierungsthema. Mit Beleidigungen, Bedrohungen, Sachbeschädigungen und körperlichen Attacken gegen queere Menschen sowie Störungen bei Veranstaltungen zum Christopher Street Day stellten sie «demokratische Errungenschaften gezielt infrage», teilte das Zentrum an der Universität Marburg mit. Es fungiert als Koordinierungsstelle des «Beratungsnetzwerks Hessen - Gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus». 

Das Demokratiezentrum verwies auf die Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeslandes: «Wurden 2022 noch 33 queerfeindliche Straftaten registriert, waren es im vergangenen Jahr bereits 141 – mehr als eine Vervierfachung innerhalb von vier Jahren.» Vermutet werde zudem eine erhebliche Dunkelziffer, da viele Betroffene Vorfälle aus Angst oder Scham nicht meldeten. 

Was bedeutet queer?

Als queer bezeichnen sich nicht-heterosexuelle Menschen beziehungsweise Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren. Unter den Sammelbegriff fallen also nicht-heterosexuelle Menschen, aber auch Personen mit dem Geschlechtseintrag «divers» sowie transidente und intergeschlechtliche Gruppen.

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