Faeser: Amt als Bundesministerin brachte viel Gegenwind
Berlin (dpa/lhe) - Die Doppelrolle als Bundesinnenministerin und SPD-Spitzenkandidatin hat den hessischen Landtagswahlkampf für Nancy Faeser nach ihrer eigenen Einschätzung erschwert. Ihr Amt als Bundesministerin habe «viel an Polarisierung und Gegenwind mit sich gebracht», sagte Faeser am Montag in Berlin. Das habe es schwer gemacht, in die Offensive in Hessen zu kommen. «Ich habe in den letzten Monaten mehr als 200 Prozent gegeben», sagte Faeser.
Das Wahlergebnis der SPD in Hessen bezeichnete sie als «sehr enttäuschend und sehr schmerzvoll». Umso dankbarer sei sie für den starken Zusammenhalt, die Solidarität und auch den persönlichen Rückhalt, den sie aus ihrer Bundes- und Landespartei erfahre. Die hessische SPD sei im Wahlkampf leider nicht mit landespolitischen Themen wie etwa gebührenfreien Kitas und der Forderung nach mehr Lehrkräften an Schulen durchgedrungen.
Das Präsidium der hessischen SPD werde das Ergebnis der Wahl und die Ursachen gründlich beraten, sagte Faeser. «Wir müssen den hessischen Landesverband und die Landtagsfraktion so aufstellen, dass die SPD in Hessen in fünf Jahren wieder Mehrheiten dort erreichen kann», erläuterte sie. Faeser hatte am Wahlabend offengelassen, ob sie Landeschefin bleiben wird. Am Montagabend trifft sich die Spitze der Landespartei zu einer Gremiensitzung in Frankfurt.