«Großer Sieg»: Bayern bezwingen Freiburg nach Kompany-Schock
Im ersten Spiel nach dem Zusammenbruch von Cheftrainer Vincent Kompany feiern die Münchner in Freiburg einen emotionalen Erfolg. Für den Sport-Club ist es die dritte Pflichtspiel-Niederlage in Serie.
Freiburg (dpa) - Co-Trainer Aaron Danks klatschte seine Spieler zufrieden ab, die Fans sangen glücklich «Oh, FCB». Im ersten Spiel nach dem Zusammenbruch von Chefcoach Vincent Kompany hat der FC Bayern München seine Auswärtsaufgabe beim SC Freiburg in einer am Ende hektischen Partie mit 3:1 (2:0) gelöst.
Danks, der Kompany als Hauptverantwortlicher vertrat, durfte nach Toren von Dayot Upamecano (16. Minute), Serge Gnabry (42.) und Michael Olise (90.+5) dreimal jubeln. Für die Elf von SC-Trainer Julian Schuster traf Bayerns Tom Bischof (82.) per Eigentor vor 34.700 Zuschauern.
Eberl: «Wirklich außergewöhnlich»
«Ich glaube, wir wissen es noch gar nicht, was wir da wirklich geleistet haben heute», sagte Bayerns Sportvorstand Max Eberl beim Streamingdienst DAZN. Die Leistung sei «wirklich außergewöhnlich», betonte der 53-Jährige. «Der Sieg heute sind drei Punkte, aber das ist ein viel größerer Sieg als nur drei Punkte.» Es sei ein «großer Sieg», bekräftigte Eberl.
Nach Kompanys Kollaps samt Notarzt-Einsatz am Freitag waren die Münchner sorgenvoll nach Südbaden gereist. «Die Rückmeldungen sind im Moment wirklich positiv», hatte Danks dem Streamingdienst DAZN vor der Partie aber versichert. Kompanys Zustand sei stabil. «Es geht ihm jeden Tag ein bisschen besser. Es werden weiterhin Untersuchungen durchgeführt. Aber ja, die Anzeichen sind wirklich positiv.»
FC Bayern beklagt etliche Ausfälle
Neben dem Cheftrainer fehlten in Freiburg auch etliche Spieler, darunter Torwart Manuel Neuer (Sehnenreizung im Fuß), Joshua Kimmich (Trauerfall im engsten Familienkreis), Luis Díaz (Muskelbündelriss) und Aleksandar Pavlovic (Wadenprobleme). Im Vergleich zum 2:2 in der Champions League gegen den FC Arsenal rückten Torhüter Jonas Urbig, Jonathan Tah, Nathaniel Brown, Lennart Karl und Michael Olise in die Startelf.
Mit einem Regenschauer und rot-weißem Pyro-Qualm aus dem SC-Fanblock ging es los und doch nicht los. Weil die stark nach Silvesterfeuerwerk riechenden Schwaden den Platz vernebelten, musste der Ball ruhen. Michael Olise nutzte die zweieinhalbminütige Unterbrechung, um sein Schuhwerk zu wechseln. Offenbar eine gute Wahl: Bei einem stark ausgespielten Konter bediente er Upamecano, der ohne Gegenwehr allein auf SC-Torwart Mio Backhaus zueilte und souverän verwandelte.
Starke Vorarbeit von Brown führt zum 2:0
Viel mehr als einen Brown-Schuss, den Backhaus entschärfte, gestatteten die leidenschaftlich spielenden Badener den Bayern in Hälfte eins dann fast nicht mehr. Eine Lücke fanden die Münchner dann aber doch noch: Brown passte perfekt in den Lauf von Gnabry, der den Ball aus spitzem Winkel Backhaus frech durch die Beine zum 2:0 schob.
Bei den Freiburgern feierte Bayern-Schreck Lucas Höler als einer von fünf Neuen nach dem 0:3 in der Conference League gegen Monaco sein Startelf-Debüt in dieser Saison. Der 32 Jahre alte Stürmer traf in seiner Profikarriere schon sechsmal gegen die Münchner - und damit häufiger als gegen jeden anderen Club. Ausbauen konnte er seine Bilanz diesmal nicht, in der 57. Minute musste er Igor Matanovic weichen.
Freiburg drückt in Schlussphase auf den Ausgleich
Mit dem Matanovic-Wechsel hoffte Schuster offensiv auf mehr Durchschlagskraft. Und der kantige Stürmer prüfte Urbig prompt mit einem Flachschuss, den der Neuer-Vertreter aber festhielt. Auf der Gegenseite wischte Backhaus einen Schuss des eingewechselten Ismael Saibari zur Ecke.
Die Münchner kontrollierten zwar weiter, verpassten durch Saibari, der zweimal an Backhaus scheiterte, und Upamecano aber das dritte Tor. Das rächte sich. Bischof traf nach Jordy Makengos Hereingabe ins eigene Netz, es wurde hitzig. Der ebenfalls eingewechselte Cyriaque Irié und Matanovic verpassten den Ausgleich. Am Ende hielt der starke Urbig den Sieg fest. Olise sorgte dann noch nach einem Backhaus-Patzer für das 3:1.