Nach Zusammenbruch: Bayern lassen Kompany «in Ruhe»
Bayern-Coach Vincent Kompany macht nach seinem Kollaps offenbar Fortschritte. Dennoch will der Club dem Belgier keinen Druck machen.
Freiburg (dpa) - Nach dem Zusammenbruch von Vincent Kompany will der FC Bayern München seinem Cheftrainer ausreichend Ruhe geben. «Er hat mit keinem telefoniert von uns. Ob jetzt einer schreibt, das weiß ich nicht. Aber wir lassen ihn einfach in Ruhe», sagte Bayerns Sportvorstand Max Eberl nach dem 3:1 in der Fußball-Bundesliga beim SC Freiburg und ergänzte: «Er soll ganz entspannt - entspannt in Anführungsstrichen - diese Diagnose jetzt abwarten und dann wissen wir, was zu tun ist.»
FC Bayern will Kompany «alle Zeit» geben
Diese Spiele und diese Siege seien «die beste Medizin» für Kompany, sagte Eberl. Man wolle dem Belgier «alle Zeit» geben, «um wirklich gesund zu werden», erklärte der 53-Jährige beim Streamingdienst DAZN. «Und wenn er gesund ist, dann wird er wahrscheinlich noch mal eine Woche länger bekommen. Ich hoffe, er nimmt es dann auch an, um dann wirklich ganz gesund zu sein.» Eberl betonte, dass Kompanys Zustand «stabil» sei. «Er hat keine Kopfschmerzen mehr, er wird jetzt eingehend untersucht.»
Kompany war am Freitag zusammengebrochen, als er nach dem Abschlusstraining der Profis für das Freiburg-Spiel noch beim Training der Bayern-Amateure zuschaute. Der Notarzt musste alarmiert werden. Ob der Zusammenbruch eine unmittelbare Folge eines Infekts war, ist offen. Vorerst wird Aaron Danks den 40-jährigen Belgier an der Seitenlinie ersetzen.
Danks: «Anzeichen sind wirklich positiv»
Schon vor der Partie gegen Freiburg hatte Danks geäußert, dass Kompany auf dem Weg der Besserung sei. «Die Rückmeldungen sind im Moment wirklich positiv», sagte der 43-jährige Engländer. «Es geht ihm jeden Tag ein bisschen besser. Es werden weiterhin Untersuchungen durchgeführt. Aber ja, die Anzeichen sind wirklich positiv.»
Neben Kompany fehlten dem deutschen Fußball-Rekordmeister in Freiburg auch Joshua Kimmich wegen eines Trauerfalls in der Familie sowie die verletzten Manuel Neuer, Jamal Musiala, Aleksandar Pavlovic, Luis Díaz und Minjae Kim. «Wir stehen zusammen, wir bleiben zusammen und gehen unseren Weg einfach weiter», äußerte Konrad Laimer nach dem Auswärtserfolg.
Es sei eine «sehr, sehr intensive Woche gewesen», betonte der Österreicher. «Das Trainerteam und der ganze Staff hat es überragend gemacht die Woche, großes Kompliment dafür.»
Freiburgs Trainer Schuster: «Das nimmt einen schon auch mit»
Freiburgs Coach Julian Schuster sprach angesichts der schwierigen Situation sein Mitgefühl aus. «Das nimmt einen schon auch mit. Auf der einen Seite ist mir natürlich auch wichtig, hier auch an dieser Stelle das Beileid auszusprechen, was Familie Kimmich angeht», sagte der 41-Jährige.
«Und natürlich, wenn es einem Trainerkollegen nicht gut geht und er nicht an der Seitenlinie dann eben auch stehen kann, da fühlt man mit und wünscht natürlich nur das Beste», so Schuster weiter.