Frankfurter Löwen wollen mit neuem Stil die DEL überraschen
Der Frankfurter DEL-Klub startet in Schwennigen in die Saison. Auch hinter den Kulissen wird an einer besseren Zukunft gearbeitet.
Frankfurt (dpa/lhe) - Mit schnellem und aggressivem Spiel wollen die Frankfurter Löwen in dieser Saison möglichst weit weg von den Abstiegsrängen bleiben. «Wir wollen ein unangenehmer Gegner sein», sagte Trainer Tom Pokel vor dem Auftakt in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) an diesem Freitag (19.30 Uhr) bei den Schwenninger Wild Wings. «Wir werden nicht jedes Spiel gewinnen. Aber wenn wir verlieren, werden die anderen dafür sicherlich physisch bezahlen müssen.»
Die vergangene Spielzeit hatten die Hessen auf dem 13. Tabellenrang und damit als Vorletzter abgeschlossen. Dieses Mal soll es anders werden. Coach Pokel reduzierte die Anzahl der Testpartien während der Pre-Season auf fünf, um sich mehr aufs Training und dessen Inhalte zu konzentrieren, wie Sportdirektor Jan Barta erklärte.
Mehr Erfahrung in der Defensive
Aus Sicht von Pokel begann die Vorbereitung allerdings schon im Frühjahr. «Da haben wir bereits einen besseren, attraktiveren Stil gespielt», sagt der 59 Jahre alte Amerikaner. Die zehn Neuzugänge hätten sich gut in diese Philosophie integriert. «Die Spieler, die wir verpflichtet haben, erfüllen alle die Skills, nach denen wir gesucht haben», sagte Barta.
So sollen beispielsweise Konrad Abeltshauser, mehrmaliger deutscher Meister mit dem EHC München, und der von den Grizzlys aus Wolfsburg gekommene Björn Krupp mit ihrer Erfahrung die Abwehr stabilisieren. Dazu kommen «junge, schnelle Stürmer» und drei Torhüter, von denen laut Barta jeder Spiele gewinnen könne.
Barta: «Früh voll da sein»
Gerade zu Saisonbeginn seien die Löwen heiß darauf, möglichst viele Punkte einzusammeln. «Die Topteams sind zu dem Zeitpunkt noch nicht on fire. Deshalb müssen wir direkt voll da sein», betonte Barta. Konkrete Saisonziele formulierten die Verantwortlichen jedoch nicht. Man wolle auf jeden Fall besser als in der vergangenen Spielzeit abschließen. «Je weiter wir von den Abstiegsplätzen entfernt sind, desto näher sind wir am Kampf um die Playoffs dran», sagte Pokel.
Währenddessen wurde auch hinter den Kulissen einiges für eine bessere Zukunft getan. Die Pläne für eine Multifunktionsarena am Waldstadion, in der neben dem Eishockey-Erstligisten auch die in der Bundesliga beheimateten Skyliners-Basketballer spielen sollen, sind weiter gediehen. Ab 2030 soll der Neubau bei Sportveranstaltungen und Konzerten etwa 15.000 Zuschauern Platz bieten. Die Teams versprechen sich davon deutlich bessere Vermarktungsmöglichkeiten und mehr Einnahmen.
Eintracht als strategischer Partner dabei
Perspektivisch haben die Löwen daher ihren Gesellschafterkreis auf insgesamt fünf Unternehmen erweitert und dabei auch Eintracht Frankfurt mit Anteilen in Höhe von zehn Prozent ins Boot geholt. Der Fußball-Bundesligist hat als strategischer Partner unter anderem den Bereich Sponsoring bei dem Eishockey-Club übernommen. Der bisherige Gesellschafter Andreas Stracke war nach 16 Jahren auf eigenen Wunsch ausgeschieden.
Von den «Synergien» soll laut Geschäftsführer Stefan Krämer, der mit 40 Prozent den größten Anteil hält, bald auch der Sport in finanzieller Hinsicht profitieren. Dann könnten die Löwen auf dem Eis noch konkurrenzfähiger und bissiger werden.