Ging «sehr wenig» um Team: Chandler mit Kritik an Riera-Ära
Die Zeit von Ex-Trainer Riera in Frankfurt war geprägt von polarisierenden Debatten. Eintracht-Profi Chandler bemängelt, dass es unter dem früheren Coach «sehr, sehr wenig um die Mannschaft» ging.
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Eintracht-Idol Timothy Chandler hat die klare Linie unter Ex-Trainer Albert Riera vermisst und den medialen Fokus auf ihn kritisiert. «Es ging ausschließlich meistens um ihn», sagte der Routinier der Frankfurter im «Doppelpass» bei Sport1. «Ich glaube, jeder hier hat immer freitags gewartet, bis seine Pressekonferenz kam. Und am Ende stand ja alles bei TikTok und Instagram voll. Und da ging es sehr, sehr wenig um die Mannschaft», bemängelte der Abwehrspieler.
Der exzentrische Spanier trainierte zwischen Februar und Mai dieses Jahres den Fußball-Bundesligisten. Vor allem seine Außendarstellung wurde vielfach kritisiert. Das Engagement gilt als großes Missverständnis. Nach dem Aus von Dino Toppmöller hatte Riera wortgewaltig bei seiner ersten Pressekonferenz verkündet: Wenn er seinen Spielern sagen würde, sie sollen vom Balkon springen, würden sie das tun.
Chandler: Für Spieler nicht immer einfach
«Für die Spieler ist das natürlich sehr, sehr lustig», sagte Chandler über die Profis, wenn sie am Handy swipen und dann «die ganze Zeit» ihren Trainer sehen würden. Wenn sie ihn dann einige Tage später im Training wieder richtig ernst nehmen müssten, sei das «natürlich auch nicht immer alles so einfach», sagte Chandler.
Der neue Trainer Adi Hütter habe einfachen Fußball, eine Hierarchie und eine Linie zurückgebracht, meinte der 36-Jährige, der in Frankfurt geboren wurde. Die Hessen stehen nach einem Sieg, zwei Remis und einer Pleite auf dem zehnten Tabellenrang.