Departments statt Lehrstühle

Grüne fordern flachere Hierarchien an Hessens Hochschulen

Neue Strukturen statt alter Lehrstühle: Die oppositionellen Grünen wollen mit einer Reform an Hessens Hochschulen Machtmissbrauch vorbeugen. Was der Gesetzentwurf noch vorsieht.

Die Grünen schlagen vor, Hochschulen von Berichts- und Dokumentationspflichten zu entlasten. (Symbolbild) Foto: Andreas Arnold/dpa
Die Grünen schlagen vor, Hochschulen von Berichts- und Dokumentationspflichten zu entlasten. (Symbolbild)

Wiesbaden (dpa/lhe) - Die Grünen-Landtagsfraktion macht sich per Gesetzentwurf für einen Strukturwandel an Hessens Hochschulen stark. Konkret sollen nach dem Vorschlag der Opposition künftig sogenannte Departments eingerichtet werden können anstelle traditioneller Lehrstühle. Ziel sei es, mit modernen Strukturen «Abhängigkeitsverhältnisse und Machtmissbrauch» an den Hochschulen einzudämmen, sagte die wissenschaftspolitische Sprecherin der Grünen, Nina Eisenhardt, im Landtag in Wiesbaden. 

Die Einrichtung von Department- oder School-Strukturen schaffe durch flachere Hierarchien und mehr kollegiale Selbstverwaltung attraktivere Arbeitsbedingungen für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, heißt es in dem Gesetzentwurf. Abhängigkeitsverhältnisse und die Gefahr von Machtmissbrauch würden verringert. Die Grünen schlagen zudem vor, die Hochschulen von unnötigen Berichts- und Dokumentationspflichten zu entlasten. Innovation und Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft sollen gestärkt werden.

Minister spricht von «Schnellschuss»

In dem Gesetzentwurf ständen ein «paar gute Anregungen drin», aber alles in allem sei es ein «Schnellschuss», sagte Wissenschaftsminister Timon Gremmels (SPD). Vor einer Gesetzesreform müsse die bisherige Regelung gründlich evaluiert werden. Die Bürokratie sei im aktuellen Hochschulpakt bereits um ein Zehntel reduziert worden. Und dies werde im neuen Hochschulgesetz fortgesetzt, sagte Gremmels.

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