Bildung

Grüne wollen Geld für Lehrer: Kretschmann will sparen

Ein Schüler meldet sich, während die Lehrerin an die Tafel schreibt. Foto: Marijan Murat/dpa/Symbolbild
Ein Schüler meldet sich, während die Lehrerin an die Tafel schreibt.

Stuttgart (dpa/lsw) - Weil es an Nachwuchs mangelt und Jahr für Jahr Tausende Stellen an den Schulen unbesetzt bleiben, wollen die Grünen in Baden-Württemberg Grundschullehrer besser bezahlen. Künftig sollen Lehrerinnen und Lehrer dort in der Besoldung nach und nach eine Stufe hochrutschen und damit etwa 500 Euro im Monat mehr bekommen, teilte eine Sprecherin der Partei am Dienstag mit. Dies habe der Landesvorstand der Grünen beschlossen und damit die Position der Partei formuliert.

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«Das Fundament für Bildungsgerechtigkeit wird an den Grundschulen gelegt. Der politische Fokus muss deshalb auf die Stärkung von Grundschulen gerichtet sein», sagte der Landesvorsitzende der Grünen, Pascal Haggenmüller. Zunächst hatte der SWR über die Entscheidung berichtet.

Mit dem Beschluss reagieren die Grünen unter anderem auf die enttäuschenden Ergebnisse der jüngsten Bildungsstudien. Bei einer bundesweiten Erhebung waren Schülerinnen und Schüler im Südwesten im vergangenen Jahr unter anderem beim Thema Lesen abgehängt worden. Fast jedes fünfte Kind (19,1 Prozent) erreichte in dem Bereich nicht den Mindeststandard. Eine bessere Bezahlung könnte den Beruf attraktiver machen und verhindern, dass angehende Lehrkräfte aus finanziellen Gründen etwa nach Bayern abwandern.

Neben der besseren Bezahlung forderte die Partei systematische Sprachtests und eine verbindliche und kostenlose Sprachförderung. Zudem könnte aus Sicht der Partei eine gemeinsame Schulleitung die Verwaltungsaufgaben für mehrere kleinere Grundschulen bündeln.

Allerdings könnte der Wunsch der Partei an den finanzpolitischen Realitäten im Südwesten scheitern. Denn Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte die Landtagsfraktionen der grün-schwarzen Regierungskoalition erst am Dienstag eindringlich zum Sparen aufgefordert. Hintergrund ist das Ergebnis der Mai-Steuerschätzung. Nach dieser muss das Land damit rechnen, im Jahr 2023 knapp 350 Millionen Euro weniger Steuern einzunehmen als noch im vergangenen Herbst geplant.