Statistik

Gut ein Viertel weniger Baugenehmigungen für Wohnungen

Wiesbaden/Frankfurt (dpa/lhe) - Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Hessen ist im ersten Halbjahr 2023 um mehr als ein Viertel eingebrochen. Genehmigt wurde der Neu- und Umbau von 9653 Einheiten in Wohn- und Nichtwohngebäuden, wie das Statistische Landesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Dies entspreche einem Rückgang von 26,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit liegt Hessen im Bundestrend. Gestiegene Baukosten und höhere Zinsen für Baukredite bremsen seit Monaten.

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Bei Neubauten zählten die Statistiker in Hessen von Januar bis einschließlich Juni des laufenden Jahres 8020 Wohnungen und damit 29 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2022. Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) hatte eingeräumt, dass die Bundesregierung ihr Ziel von jährlich 400 000 neuen Wohnungen bundesweit im laufenden Jahr verfehlen wird.

«Wohnraum wird, insbesondere in den Ballungsräumen, dringend benötigt», mahnte der Landesverband der Hessischen Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer (Haus & Grund Hessen). «Wir fordern die Landesregierung daher auf, eine Aussetzung der Grunderwerbsteuer vorerst für eine Übergangszeit von zwei Jahren auf den Weg zu bringen, um den brachliegenden Wohnungsneubau neu anzukurbeln.»

Nach Ansicht der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) müssen vor allem die Genehmigungsverfahren in den Bauämtern vieler Kommunen beschleunigt werden. «Bauen muss einfacher und somit günstiger werden», ließ VhU-Vizepräsident Thomas Reimann mitteilen. «Deshalb sollte die Politik in Bund, Land und Kommunen dies zum Anlass nehmen, um eine konsequente Deregulierung bei den Vorschriften rund um das Bauen und Wohnen zu betreiben.»