Studie

Hessen hat im Schnitt zweithöchsten Grundsteuer-Hebesatz

Doppelhäuser einer Neubausiedlung. Foto: Henning Kaiser/dpa
Doppelhäuser einer Neubausiedlung.

Wiesbaden/Stuttgart (dpa/lhe) - Hessen ist das Bundesland mit dem zweithöchsten durchschnittlichen Grundsteuer-Hebesatz, hinter Nordrhein-Westfalen. Einer am Montag verbreiteten Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) zufolge lag dieser 2022 bei 495 Prozent, ein Anstieg von 12,6 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

«Wir sehen einen bundesweiten Trend zu immer höheren Grundsteuer-Hebesätzen», teilte EY-Branchenexperte Heinrich Fleischer mit. Anders als bei der Gewerbesteuer sei ein Standortwettbewerb unter den Kommunen nicht zu beobachten.

Mehrere hessische Kommunen lagen den Angaben zufolge zum Ende des vergangenen Jahres bundesweit an der Spitze bei den Hebesätzen: Die Stadt Lorch war mit einem Hebesatz von 1050 Prozent die Kommune mit dem höchsten Grundsteuer-B-Hebesatz. Dieser wird auf bebaute und bebaubare Grundstücke erhoben und von Eigentümern bezahlt - oder auf Mieter umgelegt.

Hinter Lorch folgten in der Studie auf den deutschlandweit vordersten Plätzen Nauheim, Ringgau, die Stadt Bad Karlshafen sowie Bad Emstal, die durch Hebesätze zwischen 950 und 960 auffielen. Eigentümerinnen und Eigentümer in Eschborn konnten sich hingegen über einen vergleichsweise niedrigen Hebesatz von 140 Prozent freuen.

Eine Hiobsbotschaft für viele Hausbesitzer und Mieter erwartet EY auch durch die Grundsteuerreform, die die Immobilienwerte neu berechnet und 2025 in Kraft treten soll. Laut Bundesfinanzministerium werden die Städte und Gemeinden ihre neuen Werte bis zum Herbst 2024 festgesetzt haben. Die Sorge vor steigenden Abgaben sei nachvollziehbar, sagte Fleischer.