Öffentliche Finanzen

Hessen muss mit erheblichen Steuerausfällen rechnen

Prognosen sagen ein Milliardenminus für Land und Kommunen bei den Steuereinnahmen voraus. Warum sich die Steuerschätzung seit Herbst 2025 so verschlechtert hat.

Die weltweiten Krisen schlagen sich auch negativ auf die Steuerschätzung nieder. (Symbolbild) Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Die weltweiten Krisen schlagen sich auch negativ auf die Steuerschätzung nieder. (Symbolbild)

Wiesbaden (dpa/lhe) - Das Land Hessen und die Kommunen müssen sich auf deutliche Steuerausfällen einstellen. Der aktuellen Steuerschätzung zufolge wird das Land bis 2030 fast 1,8 Milliarden Euro weniger einnehmen als bislang erwartet, wie das Finanzministerium in Wiesbaden mitteilte. Demnach kommt auf die Kommunen - vor allem wegen schlechter Prognosen bei der Gewerbesteuer - ein Minus von fast 1,5 Milliarden Euro zu. Vergleichswert ist die vorherige Schätzung aus dem Oktober 2025.

Folgen weltweiter Krisen sind spürbar

«Seit der Steuerschätzung im Oktober hat sich keine geopolitische Krise gelegt, sondern mit dem Iran-Krieg kam eine weitere hinzu», erklärte Finanzminister Alexander Lorz (CDU). «Die Folgen spüren Verbraucher wie Haushälter gleichermaßen.» Die Steuerschätzung treffe auch die Kommunen erneut hart. Das Land werde weiter ein verlässlicher Partner sein und die milliardenschwere Unterstützung trotz eigener Belastungen stemmen, ergänzte Lorz. «Mehr geben können wir leider nicht.»

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Die Prognose kommt zweimal jährlich

Hessen kann von Steuereinnahmen für den Landeshaushalt von rund 27,8 Milliarden Euro für 2026 und von rund 29,5 Milliarden Euro für 2027 ausgehen, wie die Schätzung ergab. Für 2026 würde das ein Minus von 365 Millionen Euro gegenüber der Steuerschätzung aus dem Oktober 2025 bedeuten. Der Arbeitskreis Steuerschätzungen veröffentlicht zweimal im Jahr seine Prognose zur bundesweiten Entwicklung der Steuereinnahmen.