Hessens Hochmoore in Gefahr: Schutz allein reicht nicht
Hitze und Trockenheit setzen die seltenen Lebensräume in Vogelsberg und Rhön unter Druck. Renaturierungsmaßnahmen sollen das Wasser halten. Doch letztlich sind sie auf Hilfe von oben angewiesen.
Wiesbaden (dpa/lhe) - Hessens letzte Hochmoore sind besonders anfällig für Hitze und Trockenheit. Fällt wie in diesem Jahr zu wenig Regen und steigen zugleich die Temperaturen und damit die Verdunstung, kann das empfindliche Ökosystem Schaden nehmen, wie das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) erklärt.
Die Folgen können weit über den Verlust einzelner Pflanzen hinausreichen: Trocknet der Torfboden aus, kann der dort über Jahrtausende hinweg gespeicherte Kohlenstoff freigesetzt werden und den Treibhauseffekt verstärken. Umgekehrt gelten intakte Moore als wichtige CO2-Speicher.
Hochmoore in Vogelsberg und Rhön
In Hessen gibt es nur noch zwei Hochmoore: die Breungeshainer Heide im Vogelsberg und das Rote Moor in der Rhön. Um die empfindlichen Lebensräume zu bewahren, laufen in beiden Gebieten seit Jahren Renaturierungs- und Wiedervernässungsmaßnahmen.
Die langfristige Entwicklung der hessischen Moore hängt nach Einschätzung des Landesamtes aber nicht allein davon ab, wie gut Entwässerungsgräben verschlossen und andere Maßnahmen zur Wiedervernässung umgesetzt werden. «Letztlich benötigen Hochmoore schlichtweg ausreichend Regen, damit Torfmoose wachsen, sich unter Luftabschluss Torf bildet und die hochspezialisierten, hochmoorbewohnenden Arten nicht ihren Lebensraum verlieren», betonen Naturschutzexperten des HLNUG.