Bevölkerungsforschung

Lebenserwartung: Warum sie in Hessen bei Männern gestiegen ist, bei Frauen aber nicht

In Deutschland steigt die Lebenserwartung insgesamt. Auch in Hessen gibt es dabei Unterschiede bei Männern und Frauen. Was könnte das beeinflusst haben?

Die Lebenserwartung ist in Deutschland 2025 im Durchschnitt gestiegen. (Symbolbild) Foto: Jens Büttner/dpa
Die Lebenserwartung ist in Deutschland 2025 im Durchschnitt gestiegen. (Symbolbild)

Wiesbaden (dpa) - Hessens Männer sind 2025 im Schnitt etwas älter geworden als ein Jahr zuvor - nicht aber die Frauen. Wie eine Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BIB) in Wiesbaden zeigt, ist die Lebenserwartung der hessischen Männer 2025 im Vergleich zu 2024 um durchschnittlich 0,3 Prozent auf 79,6 Jahre gestiegen. Die höhere Lebenserwartung der Frauen blieb mit 83,6 Jahren dagegen gleich. 

Unterschiede beim Tabakkonsum von Männern und Frauen 

Wissenschaftler sehen als einen möglichen Grund der unterschiedlichen Lebenserwartung der Geschlechter den Tabakkonsum. «Unter Männern war starkes Rauchen im 20. Jahrhundert sehr viel weiter verbreitet als unter Frauen», erklärte Pavel Grigoriev, Leiter der Forschungsgruppe Mortalität am BiB. Der männliche Tabakkonsum sei aber schon vor mehreren Jahrzehnten wieder abgeebbt. Frauen hingegen hätten erst in den 70ern damit angefangen. Die damit verbundenen negativen Folgen nähmen daher bei ihnen noch zu.

Bundesweit steigt die Lebenserwartung

Bundesweit ist die Lebenserwartung 2025 insgesamt laut der Analyse des BiB gestiegen. Männer holen in allen 16 Bundesländern auf. Bei Frauen sinkt die Lebenserwartung jedoch mancherorts auch. Die Studie basiert auf der Todesfallstatistik des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden.

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Die Lebenserwartung unterscheidet sich zwischen den Bundesländern unter anderem, weil Menschen dort unter unterschiedlichen Lebensbedingungen leben. Einkommen, Bildung und Arbeitslosigkeit zählen zu den stärksten Faktoren. Menschen mit niedrigem Einkommen und geringer Bildung sterben im Schnitt früher. Auch die Ärztedichte sowie die Entfernung zu Kliniken und Fachärzten spielen eine Rolle.