Hoffenheims «Gewinnertypen» müssen leiden
Dem verpassten Sieg bei Crystal Palace wird die TSG noch eine Weile hinterher trauern. Wie der Bundesligist mit der schwierigen Situation umgeht.
London/Sinsheim (dpa/lsw) - Nach diesem Rückschlag für die TSG 1899 Hoffenheim brauchte selbst der stets optimistische und positiv denkende Christian Ilzer eine Weile, bis er wieder nach vorn schauen konnte. Mit versteinerter Miene saß der österreichische Trainer der Kraichgauer nach dem 1:1 (1:0) bei Crystal Palace bei der Pressekonferenz. Jetzt soll der FC Schalke 04 als Aufbaugegner für die gebeutelte TSG in der Fußball-Bundesliga herhalten.
Bitteres Ende nach «nahezu perfektem Abend»
«Es war schon zu oft in dieser Saison der Fall, dass wir Ergebnisse nicht über die Ziellinie bringen. Diese Erkenntnisse sollten wir am Sonntag gegen Schalke mitnehmen. Trotzdem war es ein sehr, sehr guter Auftritt von uns», sagte Ilzer dann doch auf Nachfrage. Der 49-Jährige fand es nach einem «nahezu perfekten Abend sehr bitter, hier nicht als Sieger vom Platz zu gehen».
Bei ihrer Europa-League-Partie in London hatten die Hoffenheimer bis zur Nachspielzeit geführt, kassierten dann aber in Überzahl noch den Ausgleich durch den Ex-Frankfurter Daichi Kamada (90.+1 Minute). Konsterniert bedankten sich die Profis nach dem Abpfiff bei ihren 1.600 mitgereisten Fans für die Unterstützung im Selhurst Park.
Prass und Kramaric sauer
Torschütze Alexander Prass (7. Minute) und TSG-Star Andrej Kramaric machten aus ihrem Unmut keinen Hehl. «Wir haben ein Topspiel gemacht, wir waren aggressiv, wir hatten viele Torchancen», klagte Kramaric im RTL-Interview. «Ganz souverän» sei die Mannschaft aufgetreten, so der Kroate weiter, «bis zur letzten Sekunde. Tut mir leid für die Jungs, wir hatten es eigentlich verdient, drei Punkte nach Hause zu holen.»
«Am Ende des Tages ist es ein Scheißgefühl gerade. Wir hatten richtig gute Möglichkeiten, speziell in der zweiten Halbzeit haben wir gar nichts zugelassen», meinte der Österreicher Prass nach dem Duell mit dem aktuellen Conference-League-Sieger und Tabellen-18. der englischen Premiere League. «Es darf uns einfach nicht passieren.»
Erfolgserlebnis gegen Schalke?
In der Europa League liegt Hoffenheim nur auf Rang 23. Nach bisher nur einem Sieg (3:0 gegen Olympique Lyon) geht es noch gegen Sturm Graz, zu RSC Anderlecht, zu Olympiakos Piräus und gegen Ferencváros Budapest.
«Ein Gewinnertyp darf durchaus leiden. Wenn du das Spiel zum Schluss eines nahezu perfekten Abends noch hergibst, dann muss das auch wehtun, dann musst du auch leiden», erklärte Ilzer doch noch in gewohnt kämpferischer Manier. «Mit ein bisschen Abstand sollten wir trotzdem auf unsere Leistung stolz sein und diese Leistung als bestärkendes Element für unser Spiel am Sonntag dann mitnehmen.»
Nach dem DFB-Pokal-Aus bei Holstein Kiel und dem 0:2 bei Werder Bremen war es die dritte Enttäuschung hintereinander für die Hoffenheimer in einer bislang schwierigen und unbeständigen Saison mit zuletzt vielen Verletzten. Gegen Aufsteiger Schalke (Sonntag, 19.30 Uhr/DAZN) geht die TSG dennoch als klarer Favorit: 4:9 Tore weisen die Gelsenkirchener nach acht Spieltagen auf, zuletzt blieben sie fünfmal sieglos.