Bundesliga

Hoffenheims Party im Abstiegskampf

Dieser Heimsieg war ganz wichtig. Im Abstiegskampf nutzt Hoffenheim die Schwäche der anderen Teams. Ein Rückkehrer verzückt beim Erfolg gegen den Europa-League-Sieger.

Hoffenheims Torschütze Christoph Baumgartner (l) jubelt mit Mannschaftskollegen über das Tor zum 1:0. Foto: Uwe Anspach/dpa
Hoffenheims Torschütze Christoph Baumgartner (l) jubelt mit Mannschaftskollegen über das Tor zum 1:0.

Sinsheim (dpa/lsw) - Die Bilder aus der Kurve vermittelten den Eindruck, als wäre der Klassenerhalt schon geschafft. Kapitän Oliver Baumann hüpfte losgelöst auf und ab, seine Teamkollegen schubsten sich in Pogo-Formationen hin und her und die Fans der TSG 1899 Hoffenheim sangen: «Wir steigen niemals ab.» Das überzeugende 3:1 (3:0) der Kraichgauer gegen Eintracht Frankfurt begeisterte Spieler und Anhänger. Drei Spieltage vor dem Saisonende in der Fußball-Bundesliga hat die TSG einen riesigen Schritt in Richtung Klassenverbleib gemacht - zumal der VfL Bochum (0:2 in Gladbach) und der VfB Stuttgart (1:2 bei Hertha BSC) patzten. 

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«Wir wussten, dass wir diese Partie gewinnen müssen – und wir haben es getan. Das macht es so speziell», sagte Christoph Baumgartner, der das wichtige 1:0 erzielte und den Foulelfmeter vor dem zweiten Tor herausholte. Baumgartner war der überragende Mann gegen einen völlig entnervten Pokalfinalisten, der sich mit der Roten Karte von Trainer Oliver Glasner selbst schwächte.

Hoffenheim hingegen zeigte bei bestem Fußballwetter die stärkste Leistung seit langer Zeit. Neben Baumgartner trafen Andrej Kramaric und Ihlas Bebou vor 30.150 Zuschauern zum Sieg, der trotz der Roten Karte von Stanley Nsoki nie in Gefahr geriet. «Wir können mit Drucksituationen umgehen, das haben wir schon mehrmals gezeigt. Die Jungs wollen, das spürt man», sagte Pellegrino Matarazzo. Im März stand der Trainer nach einem Fehlstart bereits wieder vor der Ablösung. Jetzt ist der Klassenverbleib ganz nah und kann schon am nächsten Wochenende gelingen.

«Das Ziel ist noch nicht erreicht. Wir müssen auch in den nächsten Spielen so weitermachen», appellierte der WM-Dritte Kramaric, der maßgeblich zum Aufschwung der TSG beitrug. Sieht man sich die Offensive der Hoffenheimer um Kramaric, Baumgartner und Bebou an, ist es ohnehin verwunderlich, dass der mit großen sportlichen Ambitionen gestartete Club in den Abstiegskampf geraten ist.

Einen weiteren Schub gibt die Rückkehr von Grischa Prömel, der nach Knöchelbruch und monatelanger Pause wieder mitwirkt. «Für mich ist er heute ganz klar der Man of the Match. Was der Grischa nach fünf Monaten Pause leistet, ist sensationell», sagte Baumgartner. Der Österreicher lobte vor allem die Energie und Leistungsbereitschaft von Prömel, der für ihn ein Kandidat für die deutsche Nationalmannschaft wäre. «Das ist unvergleichlich. Er ist extrem wichtig für uns», sagte Baumgartner. 

Der Rückkehrer selbst stand glücklich in der Interview-Zone und erfreute sich am Ergebnis und an der eigenen Leistung. «Wir sind Profis und werden dafür bezahlt, Spiele zu gewinnen. Erfolgreicher Fußball ist sexy», sagte Prömel. Im Fünfkampf im Keller hat die TSG nun mit Abstand die besten Karten auf den Klassenverbleib. Die Ausgangslage ließ die TSG in der Kurve feiern - und Prömel in den Katakomben strahlen. «Die Gefühlslage kann nicht besser sein. Es hat extrem viel Spaß gemacht.»