Hugo Boss bekommt neuen Finanzchef
Hugo Boss steht vor einer Übernahme – jetzt verliert der Konzern seinen Finanzchef. Welche Rolle spielt die britische Frasers Group dabei?
Metzingen (dpa) - Der vor einer möglichen Übernahme stehende Modekonzern Hugo Boss wechselt den Finanzchef. Der bisherige Amtsinhaber Yves Müller verlasse auf eigenen Wunsch und aus persönlichen Gründen den Vorstand, teilte der Bekleidungshersteller in Metzingen mit. Seine Nachfolge für das Finanzressort und die Verantwortung für das operative Geschäft als COO (Chief Operations Officer) übernimmt Ivica Maric zum 1. Oktober. Maric hat auch bisher in der Steuerung des Tagesgeschäfts gearbeitet.
Der vor knapp zwei Wochen zum Aufsichtsratschef aufgerückte Michael Murray vom Großaktionär Frasers Group dankte Müller in der Mitteilung und verwies auf die langjährige Erfahrung von Maric.
Die britische Frasers Group war mit einem freiwilligen Übernahmeangebot für Hugo Boss zuletzt gescheitert, baute aber ihre Macht im Unternehmen über die Besetzung des Chefpostens im Kontrollgremium mit Murray merklich aus. Murray ist auch Vorstandschef (CEO) der Frasers Group. Den vorherigen Chefkontrolleur Stephan Sturm hatte der Großaktionär zuvor fallen lassen. Das Management von Hugo Boss hatte das Übernahmeangebot nicht unterstützt.
Die Briten hielten zuletzt knapp 48 Prozent an Hugo Boss und wollen weiter auf über 50 Prozent aufstocken. Frasers versucht bereits seit Mitte Juni, das Ruder bei Hugo Boss zu übernehmen. Der Konzern gehört mehrheitlich dem britischen Milliardär Mike Ashley. Die wichtigste und bekannteste Marke des Unternehmens ist die Einzelhandelskette Sports Direct. Darüber hinaus hält das Unternehmen zahlreiche Beteiligungen, etwa am Onlineshop Asos.