Honig

Imker erwarten gute erste Ernte in Hessen

Milde Temperaturen, frühe Blüte, reichlich Flugzeit: Hessens Imker melden eine gute Frühjahrssaison. Ob das so bleibt, entscheidet das Wetter.

Die Imker in Hessen sind mit dem Frühling bisher zufrieden. (Symbolbild) Foto: Fabian Sommer/dpa
Die Imker in Hessen sind mit dem Frühling bisher zufrieden. (Symbolbild)

Kirchhain (dpa/lhe) - Nach einem milden Winter mit überdurchschnittlichen Verlusten bei Bienenvölkern blicken Hessens Imker auf ein bislang erfreuliches Frühjahr. Mildes Wetter und nur sehr wenige Temperatureinbrüche hätten viele Völker sich gut entwickeln lassen, berichtete Christian Schirk, Sprecher des hessischen Imkerverbands. 

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«Es herrschte fast immer Flugwetter und die Bienen konnten das reichliche Blütenangebot umfangreich nutzen», sagte er. Trotz Trockenheit hätten die entscheidenden Pflanzen wie Weiden, Ahorn und Obstbäume noch ausreichend Feuchtigkeit für die Nektarbildung gehabt. «Die Dürre kam also der Volksentwicklung in den letzten Wochen und Monaten entgegen und es ist von einer guten bis sehr guten ersten Ernte auszugehen.» 

Winterverluste wegen Milben 

Momentan befinden sich die Imker mitten in der sogenannten Schwarmzeit. «Die Honigernten sind angelaufen und die Saison für die Aufzucht neuer Königinnen hat auch gerade erst begonnen», sagte Schirk. Den Beginn der Schwarmzeit markiert üblicherweise der Beginn der Rapsblüte - in Nordhessen in diesem Jahr Mitte April, im Süden etwas früher. 

Als Hauptursache für die hohen Winterverluste gelten die milderen Winter, die die Ausbreitung der Varroamilbe begünstigen. «Eine Brutpause fand kaum statt – das macht die Völker anfällig», hieß es. In der freien Natur habe ein Bienenvolk heute keine Überlebenschance mehr.

Sorgen bereitet allerdings der weitere Saisonverlauf. Bleibe der Regen weiter aus, könnten Pflanzen wie Brombeeren oder Linden kaum noch zur Honigernte beitragen. 

Die Imker beobachten zudem eine spürbare Verschiebung der Blühphasen und zunehmende Wetterextreme – ein Trend, der sich aus ihrer Sicht weiter verstärkt. Üblicherweise werde zwei- bis dreimal im Jahr geerntet. Ob das auch in diesem Jahr klappe, sei noch ungewiss.