Schulen

Sommer, Sonne, Strand: Schüler starten in große Ferien

Schule aus, Lernstress vorerst vorbei, endlich Sommerferien - auf Hessens Schüler warten sechs freie Wochen. Was bedeutet das für Tourismus, Flughäfen und Autobahnen? Die Polizei ist auch auf mögliche Proteste vorbereitet.

Eine Lehrerin schreibt «Schöne Sommer-ferien» an eine Tafel in einer Grundschule. Foto: picture alliance/dpa/Illustration
Eine Lehrerin schreibt «Schöne Sommer-ferien» an eine Tafel in einer Grundschule.

Wiesbaden/Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Endlich ist es so weit: Nun haben auch für die Schülerinnen und Schüler in Hessen die Sommerferien begonnen. Nach dem letzten Schultag am Freitag für rund 787.000 Schüler der öffentlichen allgemeinbildenden, beruflichen und Erwachsenenschulen im Land dürfen jetzt sechs Wochen lang Sprünge ins kühle Nass von Freibädern und Urlaub mit der Familie im Vordergrund stehen. Zuvor hat es noch Zeugnisse für Schüler gegeben. In Hessen haben die Sommerferien gleichzeitig mit Rheinland-Pfalz und dem Saarland begonnen. Nun fehlen noch die traditionell spät in die großen Ferien startenden Südländer Bayern und Baden-Württemberg.

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Proteste: Die Flughäfen Hamburg und Düsseldorf haben Klimaaktivisten kürzlich stundenlang lahmgelegt, in dem sie die Zäune überwanden, auf die Rollfelder liefen und sich dort nahe den Start- und Landebahnen festklebten. Droht das an diesem hessischen Ferienstart-Wochenende auch an Deutschlands größten Airport Frankfurt?

Jörg Martienßen von der dortigen Bundespolizei sagt Freitagmittag, es habe noch keine solchen Aktionen am Flughafen gegeben. Die Beamten schlössen aber einen Protest von Klimaaktivisten auch an diesem Samstag und Sonntag (22./23.7.) nicht aus: «Wir haben personell aufgestockt und nehmen das ganze Wochenende in den Blick.» Mit dem Airport-Betreiber Fraport und der für die Zufahrtsstraßen zuständigen Landespolizei stimme sich die Bundespolizei «sehr eng ab».

Verkehr: Auf dem Weg in den Urlaub müssen sich die Hessen auf Stau und Warteschlangen einstellen. Auf den Autobahnen gilt dies vor allem in Richtung Süden. Die Fernverbindungen A3, A5 und A7 gelangten aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens zeitweise an ihre Belastungsgrenzen, heißt es in der ADAC-Prognose. Bis Sonntagnachmittag sei mit vollen Straßen zu rechnen. Wer kann, solle erst von Montag an in den Urlaub starten, rät der Verkehrsclub. Die Deutsche Bahn empfiehlt, Sitzplätze zu reservieren und die Auslastungsanzeige in der Handy-App DB Navigator anzusehen.

Auch der Frankfurter Flughafen rechnet mit großem Andrang. Der Betreiber Fraport bittet, digitale Angebote zu Parkplätzen, Check-in, Gepäckaufgabe und Zeitfenstern an den Sicherheitskontrollen zu nutzen. Reisende mit Aufgabegepäck sollten zweieinhalb Stunden vor Abflug am Flughafen sein - aber auch nicht früher. Für Reisende nur mit Handgepäck reichten zwei Stunden. Um die Abfertigung flüssig zu gestalten, will Fraport unter anderem mehr Personal bereitstellen. Bundespolizeisprecher Martienßen spricht bereits Freitagmittag von einem «hohen Passagieraufkommen» - aber vorerst auch noch von keinen besonderen Zwischenfällen.

Urlaub in Hessen: «Warum in die Ferne schweifen...» mag sich da manch einer fragen - und vielleicht Urlaub in der Nähe machen. Einen hessenweiten Überblick über Buchungszahlen kann der Hessische Tourismusverband allerdings nach eigenen Angaben nicht geben.

Nachfrage im südhessischen Odenwald, wo man zuversichtlich auf die Saison blickt: «Die Resonanz ist richtig gut», sagt Kornelia Horn, Chefin der Odenwald Tourismus GmbH. Schon während der Corona-Pandemie habe die Nachfrage angezogen - und dieser Trend halte unvermindert an. «Das überrascht mich selbst, weil es heißt, dass es wieder mehr Flug- und Auslandsreisen gibt. Aber parallel dazu bleibt der Trend zum Urlaub vor der Haustür oder im eigenen Land auch bestehen», ergänzt Horn. Woran das liegt? «Die Leute haben während Corona ihr direktes Umfeld besser kennen- und schätzen gelernt. Aber sicher spielen auch Unsicherheiten wie die Hitzewelle im Süden, der Krieg in der Ukraine oder die Inflation eine Rolle.»

Ähnlich ist es am größten Stausee des Bundeslandes, am Edersee im Nordhessen: Die Buchungslage sehe gut aus für die Sommerferien, betont Lisa Zölzer von der Edersee Marketing GmbH. Die Zahlen seien besser als im Vor-Corona-Jahr 2019. Zölzer verspricht: «Für Kurzentschlossene haben wir auch noch Zimmer frei.»

Ferienjobs: Doch nicht jeder kann oder will die ganzen Zeit auf der faulen Haut liegen. Ferien sind für viele junge Leute eine Zeit, um sich etwas dazuzuverdienen. Vielerorts bieten Arbeitgeber in Hessen Ferienjobs an. Besonders häufig tun dies Personaldienstleister, wie Angela Köth, Sprecherin der Agentur für Arbeit in Hessen, mitteilt.

Auch über das Internetportal ihrer Behörde lassen sich Jobs für die Sommerferien finden - vom Verkäufer bei Fastfood-Ketten über den Inventurhelfer bis hin zum Check-in-Helfer am Flughafen. Eine komplette Übersicht über hessische Ferienjobs ist dies allerdings nicht. Köth rät daher: «Ich kann jungen Leuten empfehlen, mit offenen Augen durch die Straße zu gehen und zu schauen, wer sucht.» Generell herrscht in zahlreichen Branchen Personalmangel.