Inflation gibt leicht nach - Spritpreise bleiben hoch
Auch wenn die Teuerung in Hessen leicht sinkt, bleiben Sprit- und Heizölpreise weit höher als vor einem Jahr. Auch für viele Lebensmittel müssen Verbraucher beim Einkauf tiefer in die Tasche greifen.
Wiesbaden (dpa/lhe) - Nach dem Preissprung bei Kraftstoffen und Heizöl infolge des Iran-Kriegs ist die Inflationsrate in Hessen nun leicht zurückgegangen. Im April lagen die Verbraucherpreise um 2,8 Prozent über dem Vorjahresmonat, wie das Statistische Landesamt auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Im März hatte die jährliche Teuerung noch bei 2,9 Prozent gelegen und damit den höchsten Stand sei Dezember 2023 erreicht. Im Vergleich zum März dieses Jahres erhöhten sich die Verbraucherpreise um 0,4 Prozentpunkte.
Als Preistreiber erwies sich auch im April die Energie: So lagen die Heizölpreise um 58,6 Prozent über dem Vorjahresniveau, und Kraftstoffe verteuerten sich um 27,4 Prozent. Während Autofahrer für Diesel an den Tankstellen 41,3 Prozent mehr zahlen mussten, war Superbenzin um 23,3 Prozent teurer als im April 2025. Überdurchschnittlich teurer waren im April auch Brennholz und Holzpellets, deren Preise um 12,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats lagen.
Fernwärme hingegen kostete mit einem Plus von 0,3 Prozent nur geringfügig mehr als im April 2025. Hingegen dämpften Erdgas (minus 8,8 Prozent) und Strom (minus 6,6 Prozent) wie bereits in den Monaten zuvor die Inflation.
Die Preise für Nahrungsmittel zogen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,2 Prozent an. Beträchtlich mehr mussten die Verbraucher für Eier (plus 13,9 Prozent) zahlen. Auch Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren kosteten mit einem Preisanstieg um 8 Prozent deutlich mehr, und Obst verteuerte sich mit plus 7,5 ebenfalls überdurchschnittlich. Die Preise für Gemüse nahmen um 5,2 Prozent zu, und auch Fleisch und Fleischwaren (plus 3,4 Prozent) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (plus 1 Prozent) waren teurer.
Merklich billiger kamen die Verbraucher dagegen beim Kauf von Speisefetten und -ölen (minus 13,0 Prozent) weg. Die Butterpreise gaben sogar um 22,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat nach. Auch Molkereiprodukte wurden günstiger, und zwar um 4,7 Prozent.
Die sogenannte Kerninflationsrate - also der Verbraucherpreisindex ohne Nahrungsmittel und Energie - verringerte sich von 2,5 Prozent im März dieses Jahres auf 2,2 Prozent im April.
Inflationstreibend im Jahresvergleich wirkten auch die Preise für Dienstleistungen (ohne Wohnungsmieten) mit einem Plus von 3,2 Prozent. Dieser Effekt schwächte sich jedoch etwas ab - im März hatte das Plus noch 3,8 Prozent betragen. So waren Flugtickets nach einem Preisschub im April günstiger als im Vorjahresmonat zu haben (minus 6,3 Prozent), und auch Pauschalreisen verbilligten sich (minus 3,5 Prozent) im Jahresvergleich.