Ort jüdischen Denkens

Jüdische Akademie öffnet in Frankfurt

Es soll ein Ort des Diskurses und der Begegnung sein: In Frankfurt wird die Jüdische Akademie feierlich eröffnet.

Die Akademie soll am Montag eröffnet werden. Foto: Hannes P. Albert/dpa
Die Akademie soll am Montag eröffnet werden.

Frankfurt/Main (dpa) - In Frankfurt wird heute (ab 10.30 Uhr) die Jüdische Akademie eröffnet. Zu dem Festakt werden unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) erwartet. 

Es handele sich um die erste überregionale, nicht-universitäre jüdische Bildungseinrichtung in Deutschland seit der Schoah, hatte der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, angekündigt. «Ziel ist unter anderem, die jüdische Stimme zu gesamtgesellschaftlichen Themen besser hörbar zu machen», so Schuster. 

Akademie will sich an breites Publikum richten

Die Akademie werde sowohl innerjüdisch als auch außerjüdisch wirken. Sie richte sich an ein breites Publikum. So habe auch der interreligiöse Dialog - sowohl christlich-jüdisch als auch muslimisch-jüdisch - eine große Bedeutung.

Immer top informiert mit dem WNOZ-WhatsApp-Kanal!

Breaking News, spannende Hintergründe und Newsletter: Mit unserem WhatsApp-Kanal bleiben Sie stets über Weinheim, den Odenwald und die Metropolregion informiert.

Impressum

Bei der feierlichen Eröffnung ist zunächst die Anbringung der Mesusa (Haussegen) durch die Gemeinderabbiner geplant. Danach folgen Reden - unter anderem von Schuster, Steinmeier und Rhein. Militärbundesrabbiner Zslot Balla wird zudem den rabbinischen Segen sprechen. 

Projektkosten betragen rund 40 Millionen Euro

Jüdisches Leben in Deutschland sei vielfältig, diskursfreudig und gegenwärtig, heißt es auf der Homepage. Die Akademie mache diese Pluralität sichtbar. «Wir ergänzen die deutsche Bildungslandschaft um jüdische Perspektiven: auf Religion, Philosophie und Ethik, auf Geschichte und Erinnerung, auf Politik und Gesellschaft, auf Kunst, Film und Literatur.»

Die Idee für die Akademie sei in den 2010er Jahren entstanden. Zunächst habe man sich in Berlin auf die Suche nach einem Standort gemacht, später sei man dann in Frankfurt fündig geworden, sagte Schuster. Die Projektkosten in Höhe von rund 40 Millionen Euro werden laut den Angaben vom Bund, dem Land Hessen, der Stadt Frankfurt und dem Zentralrat getragen.