Kein Hinweis auf K.-o.-Tropfen nach Stuttgarter Partys
Motorsport-Event, Halloween-Party, Cannstatter Volksfest: Im Herbst vermuten zahlreiche Festbesucher in Stuttgart, dass ihnen K.-o.-Tropfen verabreicht wurden. Was die Polizei inzwischen weiß.
Stuttgart (dpa/lsw) - Nach einer Reihe von Verdachtsfällen bei Veranstaltungen in Stuttgart hat die Polizei keine Nachweise für den Einsatz von K.-o.-Tropfen. Die Untersuchung der Blut- und Urinproben hätten keine Hinweise auf K.-o.-Tropfen ergeben, sagte ein Polizeisprecher. Die Prüfung der Proben, die nach einem Motorsport-Event genommen wurden, ist demnach aber noch nicht ganz abgeschlossen. Hier stehen noch Untersuchungen aus. Zuvor hatten die «Stuttgarter Zeitung» und die «Stuttgarter Nachrichten» berichtet.
Nach mehreren Veranstaltungen im Herbst hatte es den Verdacht gegeben, dass Besuchern K.-o.-Tropfen verabreicht wurden. Nach einem Motorsport-Event in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle hatten mehrere Menschen über Unwohlsein, Ohnmacht und Schwindel geklagt. Zuvor waren auf einer Stuttgarter Halloween-Party mehrere Menschen zusammengebrochen. Auch auf dem Cannstatter Volksfest im September hatte es Verdachtsfälle von K.-o.-Tropfen gegeben.
Proben schnell abgeben
Die Polizei hatte bei den Betroffenen Blut- und Urinproben genommen. Die Auswertung solcher Proben kann aber mehrere Wochen dauern. Die Polizei schickt sie dafür ans Chemische Untersuchungsamt. Laut dem Sprecher ist allerdings schnelles Handeln wichtig, wenn Betroffene den Verdacht haben, dass ihnen solche Substanzen verabreicht wurden, weil diese nicht lang nachweisbar sind. Einen Tag nach einem mutmaßlichen Konsum könne es schon zu spät sein.
Sollten die noch ausstehenden Untersuchungen auch keine Hinweise auf K.-o.-Tropfen ergeben, ist der Fall für die Stuttgarter Polizei vorerst abgeschlossen – weil es dann auch keinen Hinweis auf eine Straftat gibt, wie der Sprecher sagte.
Die meist geschmacks- und geruchslosen K.-o-Tropfen wirken wie Drogen. Die Opfer können für Minuten oder mehrere Stunden bewusstlos werden. Die Täter nutzen diese Zeit für Sexualdelikte oder zum Ausrauben. Meist können sich die Betroffenen hinterher nicht mehr richtig daran erinnern.