Digitalisierung

KI «Jano» soll Aktenwälzen in der Justiz erleichtern

Bevor gerichtliche Entscheidungen veröffentlicht werden, müssen sie zum Schutz von Persönlichkeitsrechten anonymisiert werden. Bislang war dies eine mühsame Aufgabe. Künftig hilft KI-Kollege «Jano».

Bei der Entwicklung des Prototyps haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Justiz in Baden-Württemberg und Hessen mitgewirkt. (Symbolbild) Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa
Bei der Entwicklung des Prototyps haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Justiz in Baden-Württemberg und Hessen mitgewirkt. (Symbolbild)

Darmstadt/Stuttgart (dpa) - Die neue Künstliche Intelligenz (KI) «Jano» soll Justizangestellten in Hessen und Baden-Württemberg künftig die Arbeit erleichtern. Dabei geht es um das Anonymisieren von gerichtlichen Entscheidungen, wie Hessens Justizminister Christian Heinz und die baden-württembergische Ressortministerin Marion Gentges (beide CDU) mitteilten. 

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Dieser wichtige Schritt zum Schutz von Persönlichkeitsrechten sei bislang in der Regel rein händisch geschehen und mit großem Personalaufwand verbunden gewesen, sagten beide. Künftig durchsucht das KI-Tool «Jano» die Entscheidungen nach personenbezogenen Daten und schlägt diese zur Anonymisierung vor. Die Vorschläge werden anschließend durch Beschäftigte geprüft und freigegeben, wie die Justizministerien erläuterten. 

Den Prototypen des KI-Tools haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der baden-württembergischen und hessischen Justiz zusammen mit einem IT-Unternehmen entwickelt. In Baden-Württemberg steht «Jano» ab sofort den Zivilabteilungen aller Oberlandes-, Land- und Amtsgerichten zur Verfügung. Die Strafabteilungen und die Fachgerichtsbarkeiten sollen später ebenfalls ausgestattet werden. Hessen setzt «Jano» zunächst am Landgericht Darmstadt ein. Das Ministerium in Wiesbaden kündigte an, dass weitere Gerichte folgen werden.