Kirschblüte in Hessen: Wo das Blütenmeer besonders lockt
Mehr als 100.000 Kirschbäume in Witzenhausen, Hanami-Fest in Marburg und ein weißes Blütenmeer am Tor zum Rheingau – in Hessen lädt die Kirschblüte jetzt vielerorts zum Ausflug ein.
Witzenhausen/Marburg (dpa/lhe) - Die Kirschblüte in Hessen hat begonnen. Schon bald dürften die rosa und weißen Blütenmeere vielerorts ihre volle Pracht entfalten. Wo sich ein Ausflug besonders lohnt.
Mehr als 100.000 Kirschbäume in Witzenhausen
Mit über 100.000 Kirschbäumen ist etwa das selbst ernannte «Kirschenland» im nordhessischen Witzenhausen (Werra-Meißner-Kreis) eines der größten Anbaugebiete in Hessen und ein beliebtes Ausflugsziel. An den Kirschbaumplantagen führen vier Rundwege vorbei, auf denen auch über 100 Jahre alte Bäume zu sehen sind. Zudem gibt es Wanderwege, einen Radweg und ein Kirschkino.
Die Bäume der frühen Kirschsorten und die Wildkirschen haben dort bereits zu blühen begonnen, wie der Geo-Naturpark Frau-Holle-Land mitteilte. Gegen Ende dieser Woche wird demnach die Vollblüte erwartet.
Rund um die Kirschblüte hat die Pro Witzenhausen GmbH die Kirschblütenwochen mit über 40 Veranstaltungen zwischen dem 11. April und dem 9. Mai geplant. Unter anderem gibt es Touren zu Fuß, mit dem Rad, Paddelboot oder Segway sowie Angebote mit Ziegen und Alpakas und zahlreiche Musikveranstaltungen.
Marburg feiert japanisches Kirschblütenfest
In Marburg verwandelt die Blüte der Zierkirschbäume in der Stresemannstraße das Stadtbild in ein beeindruckendes Meer aus Rosa. Die Bäume wurden der Stadt nach Angaben der Marburg Stadt und Land Tourismus GmbH 1989 vom damaligen japanischen Generalkonsul Tadao Araki geschenkt und prägen seither das Erscheinungsbild des Südviertels. Seit einigen Jahren feiert Marburg Hanami - ein traditionelles japanisches Kirschblütenfest. In diesem Jahr findet es am 18. April statt.
Weißes Blütenmeer beim «Tor zum Rheingau»
Der dörflich geprägte Wiesbadener Stadtteil Frauenstein zieht im Frühling zahlreiche Spaziergänger und Wanderer wegen seines weißen Blütenmeers an. Seit mehr als 100 Jahren werden hier Kirschen angebaut, wie Obstbauern berichten. Keine langen Transportwege: Zu Erntezeiten können Ausflügler die roten Steinfrüchte gleich vor Ort in Hofläden und Straßenständen kaufen.
Goethe-Obelisk
Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden wirbt für ihr ländliches Stadtviertel: «Frauenstein ist auch als "Tor zum Rheingau" bekannt. Die reizvolle Umgebung, geprägt von Weinbergen und Streuobstwiesen, macht den Stadtteil zu einem besonderen Ziel.» Schon lange vor dessen Eingemeindung in die benachbarte große Stadt ist auch Goethe hierhergekommen. Ein nach ihm benannter Obelisk aus Natursteinen in Frauenstein erinnert bis heute an seinen Besuch.
Kirschendorf
In Friedberg-Ockstadt dreht sich alles um den Kirschenanbau. Bei einer Kirschblütenwanderung am 12. April können Besucher die blühende Pracht besonders intensiv erleben. Auch in der Innenstadt von Friedberg dominiert in der Kirschblütensaison die Farbe Rosa, und zwar in der Bismarckstraße, wo eine Allee von Kirschbäumen für einen Hauch Hanami sorgt.