Knapp zehn Prozent der Kommunen erhöhen Hundesteuer
Wer einen als gefährlich eingestuften Hund besitzt, muss vielerorts deutlich mehr Hundesteuer bezahlen. Der Steuerzahlerbund präsentiert aktuelle Daten zu der Abgabe - die er für überflüssig hält.
Wiesbaden (dpa/lhe) - Knapp zehn Prozent der rund 420 hessischen Gemeinden haben im vergangenen Jahr bei der Hundesteuer aufgeschlagen. Spitzenreiter mit einem Plus von 28 Euro ist Steinbach im Taunus, wo nun für den ersten Hund 72 Euro pro Jahr fällig werden, wie aus einer Auswertung des hessischen Steuerzahlerbundes in Wiesbaden hervorgeht. Tiere bestimmter Rassen, die als gefährlich eingestuft werden, kosten in Steinbach 800 Euro jährlich.
Insgesamt gelten bei 390 der hessischen Städte und Gemeinden spezielle und deutlich höhere Tarife für sogenannte Listenhunde. Für solche Vierbeiner wurden 2024 in einigen Kommunen bis zu 1.000 Euro Steuern pro Jahr gefordert, in Nidderau im Main-Kinzig-Kreis sogar 1.200 Euro.
Der Bund der Steuerzahler (BdSt) Hessen fordert seit längerem eine Abschaffung der Hundesteuer. Diese sei willkürlich, zudem stünden Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis, argumentiert der Verband. «Ursprünglich wurde die Hundesteuer mal als Luxussteuer eingeführt. Ein Hund ist aber längst kein Luxus mehr, sondern ein Familienmitglied und wichtiger sozialer Halt. Die Besitzer dafür zur Kasse zu bitten, ist fragwürdig und muss ein Ende haben», erklärt der BdSt-Kommunalexperte Jochen Kilp.
Die hessenweit höchste Steuer für den ersten Hund erhoben 2024 Wiesbaden und Bad Karlshafen mit jeweils 180 Euro. In Gründau im Main-Kinzig-Kreis wurden dagegen den Angaben zufolge nur 24 Euro fällig.