Debatte über Leihmutterschaft

Koch: Shitstorm über Spahn verliert jedes Maß

Der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch stellt sich hinter Jens Spahn und kritisiert die heftigen Reaktionen auf dessen Elternschaft durch Leihmutterschaft in den USA.

Der frühere hessische Ministerpräsident Koch stellt sich hinter Unionsfraktionschef Spahn. (Archivbild) Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Der frühere hessische Ministerpräsident Koch stellt sich hinter Unionsfraktionschef Spahn. (Archivbild)

Berlin (dpa) - Der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch hat Unionsfraktionschef Jens Spahn (beide CDU) in der Debatte über dessen Elternschaft mit Hilfe einer Leihmutter in den USA verteidigt. «Der Shitstorm über Jens Spahn verliert jedes Maß», kommentierte Koch auf der Plattform LinkedIn.

Die CDU sei eine Partei, keine Religionsgemeinschaft. «Selbst in gesellschaftspolitisch wichtigen Fragen darf jeder Einzelne abweichende Überzeugungen haben, ja, sie sogar im Laufe der Zeit verändern», schrieb Koch, der auch Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung ist.

Spahn und sein Mann Daniel Funke hatten am Mittwoch bekanntgegeben, dass sie Eltern geworden sind. Eine Leihmutter in den USA brachte das Baby zur Welt, was auf breite Kritik stieß. Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten und Spahns Partei spricht sich gegen eine Legalisierung aus – so wie in der Vergangenheit auch Spahn selbst.

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«Dilemma, das ich niemandem wünsche»

Koch schreibt: «Der Ehemann von Jens Spahn ist mit der Hilfe einer Leihmutter Vater geworden. Das Ehepaar ist voller Freude darüber.» Keiner verstoße gegen ein Gesetz, auch wenn die CDU eine solche Möglichkeit in Deutschland nicht schaffen wolle. «Ja, das ist ein Dilemma, das ich niemandem wünsche und in dem ich jede Form von "Verurteilung" unangemessen finde. Jens Spahn ist und bleibt einer der seit langem wichtigsten und erfolgreichsten Politiker der Union.»

Er wünsche dem Kind und seinen Eltern alles Glück der Welt, schreibt Koch. «Damit hat die Sache für mich ein Ende.»

Koch ist ein langjähriger politischer Weggefährte von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und nach eigenen Worten ein «sehr guter persönlicher Freund» des Kanzlers. Beide gehören zum sogenannten Andenpakt, benannt nach einer gemeinsamen Südamerikareise von Politikern der Jungen Union Ende der 1970er Jahre. Neben Merz und Koch gehört dazu auch Ex-Bundespräsident Christian Wulff.