Auf dem Weg in den Süden

Kraniche fliegen über Hessen: Nabu ruft zum Zählen auf

Bis zu 250.000 Kraniche werden in den kommenden Wochen über Hessen erwartet. Der Naturschutzbund ruft dazu auf, die Schwärme zu beobachten und Sichtungen online zu melden.

In den kommenden Wochen ziehen Kraniche über Hessen in den Süden. (Symbolbild) Foto: Patrick Pleul/dpa
In den kommenden Wochen ziehen Kraniche über Hessen in den Süden. (Symbolbild)

Wetzlar (dpa/lhe) - In den kommenden Wochen ziehen wieder Tausende Kraniche auf ihrem Weg in die Winterquartiere über Hessen. Der Nabu Hessen erwartet bis zu 250.000 Vögel und ruft Naturbeobachter auf, die Tiere zu zählen und online zu melden. Erste Schwärme seien bereits gesichtet worden. «Da Hessen mitten auf der Zugroute liegt, kann man sie vielerorts beobachten», sagte der Nabu-Landesvorsitzender Maik Sommerhage laut Mitteilung.

Nabu-Ornithologe Bernd Petri erläutert: «Mit Hilfe der Meldungen möglichst vieler Kranichfans können wir eine bessere Übersicht über das Zuggeschehen und Hinweise auf Veränderungen von Flugrouten erhalten.» 

Hessen liegt auf der Hauptroute der Kraniche

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Beobachter können Kraniche vor allem an ihren lauten Rufen und ihrer V-förmigen Flugformation erkennen. Nach Angaben des Nabu fliegen die Tiere im Herbst von der Ostsee in ihre Winterquartiere im Südwesten Europas. Das Flugziel der meisten Kraniche sei die spanische Extremadura. Auf ihrem Weg in den Süden liege Hessen auf einer ihrer Flugrouten.

Besonders häufig ließen sich die Schwärme über den Flusstälern in Ober-, Ost- und Mittelhessen beobachten. Bei schlechtem Wetter legen die Kraniche nach Angaben des Nabu auch Zwischenstopps ein. Mögliche Rastplätze sind unter anderem im Amöneburger Becken oder an Fulda, Werra, Schwalm, Ohm und Lahn. Auch Feuchtgebiete in der Wetterau und die Rheinauen werden von den Vögeln oft genutzt.

Beim Beobachten der Tiere mahnt der Nabu zur Vorsicht. An den Rastplätzen sollte man einen Abstand von mindestens 300 Meter einhalten, um die Kraniche nicht unnötig zu beunruhigen. Die Vögel benötigten Ruhe, um Nahrung aufzunehmen und Kraft für den Weiterflug zu sammeln.

Vogel des Jahres: Kranich steht zur Wahl

Der Kranich ist auch einer von fünf Kandidaten für die Wahl zum Vogel des Jahres 2027. Der Nabu ruft dazu auf, noch bis zum 15. Oktober abzustimmen. Zur Wahl stehen neben dem Kranich auch Kolkrabe, Trauerschnäpper, Mehlschwalbe und Wasseramsel.