Neue Initiative

Kretschmann für Widerspruchslösung bei Organspende

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, hört im Landtag bei einer Pressekonferenz auf Fragen von Journalisten. Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, hört im Landtag bei einer Pressekonferenz auf Fragen von Journalisten.

Stuttgart (dpa/lsw) - Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich nach langer Skepsis in der Debatte um Spenderorgane für die sogenannte Widerspruchslösung ausgesprochen - also dafür, dass man automatisch als Organspender gilt, außer man widerspricht. «Wir liegen einfach zurück bei den Spenderorganen. Das ist ein Faktum», sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart. «Ich bin inzwischen überzeugt, dass die Widerspruchslösung ein gangbarer Weg ist.»

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In der Vergangenheit hatte Kretschmann gesagt, dass er bei dem Thema keine abgeschlossene Meinung habe und hin- und hergerissen sei. Seitdem sei viel Wasser den Neckar heruntergeflossen, sagte der Regierungschef. Er habe viel gelesen und sich intensiv mit Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) unterhalten. Lucha ist seit langem ein Befürworter der Widerspruchslösung.

Baden-Württemberg plant mit weiteren Bundesländern eine neue Initiative im Bundesrat. Lucha sagte der dpa, Ziel sei ein Gesetzentwurf, der vorsehe, dass die Widerspruchslösung als Grundlage für die Zulässigkeit der Organentnahme in das Transplantationsgesetz aufgenommen werde. Das Vorhaben war am Dienstag auch Thema im grün-schwarzen Kabinett.

Kretschmann sagte, er sei sich mit dem Gesundheitsminister einig, dass man nichts unversucht lassen dürfe, um Menschen zu helfen, die dringend ein Spenderorgan brauchten. «Ich bin da jetzt ganz klar auf der Linie der Widerspruchslösung - auch persönlich.»