Wechsel in Tarifpolitik

Landeskirche führt Tarif des öffentlichen Dienstes ein

Viele orientieren sich an den Tarifen des öffentlichen Dienstes. Eine Evangelische Kirche in Hessen übernimmt das Vertragswerk nun komplett.

Das neue Tarif-Vertragswerk wird zum kommenden Jahr übernommen. (Symbolbild) Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Das neue Tarif-Vertragswerk wird zum kommenden Jahr übernommen. (Symbolbild)

Kassel (dpa/lhe) - Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) führt für rund 10.000 Beschäftigte zum kommenden Jahr den Tarif des öffentlichen Dienstes ein. Dieser bringe neue Leistungen wie eine Urlaubssonderzahlung und einen zusätzlichen Urlaubstag ab 2027, teilte die Landeskirche in Kassel mit. Künftige Abschlüsse für das Tarifwerk würden automatisch übernommen, beschloss die Arbeitsrechtliche Kommission. 

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Die Landeskirche verspricht sich von dem Schritt unter anderem eine leichtere Suche nach Fachkräften. Es sei ein Zeichen, ein attraktiver Arbeitgeber bleiben zu wollen. Die EKKW hatte zuletzt schon die Rahmenbedingungen aus dem öffentlichen Dienst der Länder übernommen, aber eben nicht das komplette Tarifwerk.

EKKW ist eine von 20 Landeskirchen

Die Evangelische Kirche in Kurhessen-Waldeck ist eine von 20 Gemeinschaften der Evangelischen Kirche in Deutschland. Sie hat knapp 700.000 Mitglieder im Gebiet zwischen Bad Karlshafen in Nordhessen und Frankfurt. Die Landeskirche beschäftigt nach eigenen Angaben rund 12.000 Menschen, von denen 10.000 tariflich gebunden sind. 

Die andere große evangelische Landeskirche in Hessen, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, setzt auf eine Verhandlungslösung mit den Arbeitnehmern. Im Mai wurde der neue Tarifabschluss vorgestellt, der für die rund 18.000 Angestellten unter anderem eine Gehaltserhöhung von 4,9 Prozent zum 1. Oktober und Einmalzahlungen vorsieht.