Attacke mit Teppichmesser: Angeklagter spricht von Notwehr
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Eine lebensgefährliche Attacke mit einem Teppichmesser in den Hals des Opfers steht seit diesem Dienstag im Mittelpunkt eines Prozesses vor dem Landgericht Frankfurt. Angeklagt ist ein 40 Jahre alter Mann wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung. Die Tat ereignete sich im Oktober vergangenen Jahres im Frankfurter Europaviertel, wo der beschuldigte Afghane den Mitarbeiter einer Reinigungsfirma zufällig auf der Straße traf. Ohne Vorwarnung soll er dem Opfer mit dem Teppichmesser eine zwölf Zentimeter lange Schnittverletzung vom Mund über den Hals zugefügt haben. Die Halsschlagader sei dabei nur knapp verfehlt worden, hieß es zu Prozessbeginn (Az.: 3190 Js 250812/22).
Am ersten Verhandlungstag stellte der 40-Jährige die Tat als Notwehrsituation dar. Der Gebäudereiniger habe ihn zunächst mit einem Wischmop bedroht. Der Verletzte sagte allerdings im Zeugenstand, er sei zunächst von dem Beschuldigten angegangen worden und habe sich erst danach mit seinem Handwerkszeug zu wehren versucht. Schon kurz nach der Festnahme des Mannes ergaben sich Anhaltspunkte für eine psychische Erkrankung. Im Mittelpunkt des Prozesses steht deshalb die mögliche dauerhafte Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.
De Schwurgerichtskammer hat vorerst vier weitere Verhandlungstage bis Mitte Dezember terminiert.