Loriots künstlerisches Erbe zieht nach Frankfurt
Zeichnungen, Briefe und das berühmte Atomkraftwerk: Loriots Nachlass geht dauerhaft an das Frankfurter Caricatura Museum über. Darunter befinden sich zahlreiche weitere kultige Gegenstände.
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Zwei Männer, die nackt in einer Badewanne streiten, ein Atomkraftwerk unterm Weihnachtsbaum und ein mehr oder weniger sprechender Hund: Szenen wie diese haben Loriot unsterblich gemacht. Jetzt findet das Erbe des Humoristen Vicco von Bülow - so sein bürgerlicher Name - eine dauerhafte Heimat - und zwar in Frankfurt.
Zu Loriots 102. Geburtstag hat seine Familie den gesamten künstlerischen Nachlass als Dauerleihgabe an das Caricatura Museum für Komische Kunst übergeben, wie nun bekanntgegeben wurde. Loriot starb vor 14 Jahren.
Falsches Gebiss und Pfeifensammlung
Zum Nachlass gehören unter anderem rund 3.000 Zeichnungen von Loriot, das gesamte Interieur seines Arbeitszimmers, Manuskripte, Filmrollen, Briefe und eine umfangreiche Pfeifensammlung. Auch kultige Gegenstände wie das falsche Gebiss aus zahlreichen Sketchen ziehen im Frankfurter Museum ein. Und natürlich das berühmte Atomkraftwerk in Puppengröße.
«Ich freue mich wirklich ungemein über diesen großen Schatz», sagte Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD).
Nachlass soll dauerhaft gezeigt werden
Das Museum für Komische Kunst hatte bereits 2023/2024 zum 100. Geburtstag Loriots die offizielle Jubiläumsausstellung präsentiert. Mit der Übergabe soll der Nachlass künftig dauerhaft präsentiert werden.
Die Familie von Bülow habe einen Ort schaffen wollen, «an dem Loriot dauerhaft präsent sein wird», sagte Till Kaposty-Bliss, Leiter des «Studio Loriot», das für das Erbe und die Nachlassverwaltung zuständig ist.
Zunächst steht das Museum vor der Aufgabe, das umfangreiche Erbe des Humoristen zu sichten und zu kuratieren. «Das ist eine ganz große Ehre, hier in Frankfurt dieses Konvolut, diesen Nachlass zu haben», sagte Museumsleiter Martin Sonntag.
Museum will Loriots Arbeitsweise erforschen
Das Museum möchte zudem den Arbeitsprozess Loriots erforschen: mit Manuskripten, handschriftlichen Anmerkungen und der Korrespondenz des Künstlers. «Es ist eine spannende Aufgabe, daran werden wir sehr viel Freude haben», sagte Sonntag. Für die wissenschaftliche Auseinandersetzung wünscht er sich eine Zusammenarbeit mit Forschern der Frankfurter Goethe-Universität.