Mann auf Gleise gestoßen: Mehr als neun Jahre Haft gefordert
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Ein 30-Jähriger, der einen Bekannten im Streit auf ein Gleis im Frankfurter Hauptbahnhof gestoßen hat, soll neun Jahre und fünf Monate ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft stellte am Mittwoch vor dem Landgericht Frankfurt einen entsprechenden Antrag. Bestandteil der Verurteilung soll allerdings auch noch ein Messerangriff auf einen weiteren Bekannten sein. Die beiden Taten vom März und Juni vergangenen Jahres waren ohne größere Folgen geblieben. Gleichwohl geht die Anklage von zweifachem versuchten Totschlag aufgrund bedingten Tötungsvorsatzes aus. (AZ 3190 Js 229899/22)
In der Halle des Hauptbahnhofes hatte es einen Streit zwischen dem angeklagten Algerier und dem Bekannten wegen eines angeblich gestohlenen Handys gegeben. Passanten konnten dem Opfer rechtzeitig aus dessen gefährlicher Situation helfen, noch ehe ein Zug auf dem Bahnsteig einfuhr. Die Ursache für die Messerattacke blieb in dem seit Ende Juni laufenden Prozess unklar.
Die Verteidigung ging in ihrem Plädoyer lediglich von gefährlicher Körperverletzung aus und beantragte eine Haftstrafe von höchstens vier Jahren. Die Schwurgerichtskammer will am 12. September das Urteil verkünden.