Merck-Preis für Früherkennung von Pandemien
Darmstadt (dpa) - Der Chemie-Professor Khalid Salaita hat für seine Forschung zu einem Frühwarnsystem für Pandemien den Future Inside Prize 2023 des Darmstädter Chemie- und Pharmakonzerns Merck bekommen. Der 44-Jährige entwickele mit seiner Forschergruppe an der Emory University in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia eine Plattform für automatisierte Echtzeit-Überwachung und -Nachverfolgung von über Luft übertragene Krankheitserreger, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der in Jordanien aufgewachsene Wissenschaftler erhalte für seine Arbeit 500.000 Euro. Der Preis ist mit bis zu einer Million Euro dotiert und wird jedes Jahr zu unterschiedlichen Forschungsrichtungen vergeben.
«Die Covid-19-Pandemie hat uns gelehrt, wie wichtig es ist, vorbereitet zu sein», sagte Merck-Konzernchefin Belén Garijo. Es fehle noch immer ein wirksames Frühwarnsystem, um potenzielle Bedrohungen zu erkennen. Die Pionierarbeit von Salaita könne dazu beitragen, diese gravierende Lücke in unseren globalen Abwehrsystemen zu schließen. «Unsere Forschung ebnet den Weg für den Einsatz von DNA-Motoren, die einen völlig automatisierten Nachweis von Krankheitserregern ohne menschliches Zutun oder Probenverarbeitung ermöglichen», sagte der 44-Jährige. Im kommenden Jahr soll der Preis für die Forschung zur Bekämpfung von Pandemien mit Hilfe künstlicher Intelligenz vergeben werden.