Gewaltverbrechen

Cold Case von 1986: Verdächtiger macht keine Angaben

In der Registratur der Staatsanwaltschaft lagern Akten. Foto: Stefan Puchner/dpa/Archivbild
In der Registratur der Staatsanwaltschaft lagern Akten.

Darmstadt (dpa/lhe) - Knapp 40 Jahre nach dem Mord an der 15-jährigen Jutta in Südhessen hat sich ein nun ermittelter Verdächtiger bislang nicht geäußert. «Er möchte derzeit keine Angaben machen», sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt am Montag. Ihm sei nun ein Pflichtverteidiger zugeordnet worden. Ein inzwischen 61 Jahre alter Mann steht unter dem dringenden Verdacht, die Jugendliche am 29. Juni 1986 in einem Wald bei Lindenfels im Kreis Bergstraße umgebracht zu haben, unweit von ihrem Elternhaus. Jutta war nach einem Freibadbesuch auf dem Weg nach Hause, als sie vergewaltigt und ermordet wurde.

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Derzeit laufen der Staatsanwaltschaft zufolge Ermittlungen, wo sich der Verdächtige im Zeitfenster der Tat aufgehalten hat, wo er gewohnt hat. Den Ermittlern zufolge wurde bei einer erneuten Untersuchung von Genspuren an den alten Beweismitteln DNA des Verdächtigen entdeckt. Zudem würden Zeugenaussagen vorliegen, die den Tatverdacht erhärtet hätten.

Der gebürtige Bensheimer ist nach Angaben der Ermittler mehrfach wegen Sexualdelikten und anderer Straftaten verurteilt worden und befindet sich seit 2012 in einer speziellen geschlossenen Einrichtung für psychisch kranke Straftäter. Grundlage dafür war damals ein Urteil des Landgerichts Kiel. Wegen des Mordfalls in Südhessen erließ ein Untersuchungsrichter Haftbefehl wegen Mordes gegen den 61-Jährigen, er wurde anschließend in die geschlossene Einrichtung in Norddeutschland zurückgebracht, wo er zuvor bereits untergebracht war.