Terrorprozess in Stockholm

Mordversuch in Hessen – Zwei Teenager in Schweden verurteilt

Sie planten laut Gericht einen Mord in der hessischen Kleinstadt Eppstein: In Stockholm sind zwei junge Männer verurteilt worden. Einer der beiden schmiedete zudem Terrorpläne in Schweden.

In Schweden sind zwei junge Männer für einen Mordversuch in Hessen verurteilt worden. (Symbolbild) Foto: Steffen Trumpf/dpa
In Schweden sind zwei junge Männer für einen Mordversuch in Hessen verurteilt worden. (Symbolbild)

Stockholm (dpa) - Für die Planung eines Terroranschlags auf ein Kulturfestival in Stockholm ist ein 19-Jähriger in Schweden zu fast acht Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sei überzeugt, dass der Mann im Sommer 2025 ein Attentat mitten in der schwedischen Hauptstadt verüben wollte, hieß es in einer Mitteilung. Gemeinsam mit einem zum Tatzeitpunkt 17-Jährigen wurde er außerdem für einen versuchten Mord in Hessen verurteilt. Beide hätten zum Zeitpunkt der Taten der Terrororganisation IS die Treue geschworen, hieß es. 

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Laut Anklageschrift sollen die beiden Teenager im August 2024 in die hessische Kleinstadt Eppstein gereist sein, um einen Mord zu begehen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bewaffneten sich die Tatverdächtigen mit Messern und klopften an der Tür der Unterkunft ihres Opfers. Als jedoch eine andere Person die Tür geöffnet habe, seien die Mordpläne verworfen worden, hieß es.

Einen direkten Zusammenhang zwischen dem Mordversuch und der geplanten Terrortat in Stockholm gibt es nach Angaben der schwedischen Behörden nicht.

Beide Männer sympathisierten den Angaben zufolge mit dem IS 

Der schwedische Nachrichtendienst Säpo hatte den älteren der beiden Männer im Februar vergangenen Jahres festgenommen. Die Behörden hatten ihn da schon seit einiger Zeit beobachtet. Vor seiner Festnahme hatte der Mann demnach große Mengen an Propaganda und Material mit brutalen Gewaltszenen konsumiert, die mit gewalttätigem Islamismus in Verbindung standen. Beide Männer sympathisierten den Angaben zufolge mit der Terrororganisation IS und wurden auch wegen der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung verurteilt. 

Der 19-Jährige muss für sieben Jahre und zehn Monaten hinter Gitter. Der Jüngere wurde zu einem Jahr und vier Monaten in einer geschlossenen Jugendstrafanstalt verurteilt. Beide müssen der betroffenen Person in Deutschland außerdem eine Entschädigung in Höhe von 100.000 Kronen (knapp 9.400 Euro) zahlen.