Naturschutzbund

Nabu: Erneut mehr Störche in Hessen

Wetzlar (dpa/lhe) - Die Zahl der Störche in Hessen hat in diesem Jahr nach Einschätzung des Naturschutzbundes (Nabu) erneut zugenommen. «Wir gehen von über 1100 Brutpaaren aus», sagte der Ornithologe des Nabu, Bernd Petri, auf Anfrage der Deutschen Pressen-Agentur. Letztes Jahr wurden landesweit 1075 Weißstorchpaare gezählt. Die Zunahme sei von Region zu Region unterschiedlich gewesen. So sei die Zahl im Kreis Wetterau um 17 Prozent gestiegen, im Kreis Fulda von 23 auf 33 Brutpaare. Trotz mehr Pärchen sei die Zahl der Jungstörche mit rund 2000 wohl konstant geblieben. Eine endgültige Bilanz gebe es aber erst im November oder Dezember.

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Auf die Vögel lauern Petri zufolge viele Gefahren. So gebe es immer wieder Unfälle an Autobahnen. Andere hätten Plastik oder Gummiringe gefressen und würden eingehen. «Der Unrat ist eine Gefahr für die Tiere.» Eine weitere Bedrohung seien auch neue Gewohnheiten beim Nestbau. So hätten erste Störche versucht, auf Hausdächern zu brüten - andere bauen die Nester in Bäumen. Eine große Gefahr stellen aber auch Brutplätze auf Strommasten dar. Einige Tiere seien durch Stromschläge gestorben. In einem Fall sei ein ganzes Nest abgebrannt. Dies berge auch die Gefahr wirtschaftlicher Schäden bis hin zum Stromausfall.

Auch das Wetter mache den Tieren zu schaffen. In Kassel habe das jüngste Unwetter einige Tiere des Nachwuchses getötet.

Im August könnten die größten Ansammlungen vor allem im Raum Groß-Gerau beobachtet werden. Dort könnten sich unter anderem auch an der Deponie in Büttelborn Hunderte Tiere versammeln. «Störche sind Aasfresser», sagte Petri.

Störche, die in Hessen auch überwintern, seien eher die Ausnahme. Tiere, die zum Beispiel an der Büttelborner Deponie überwintern, seien teils aus den Niederlanden oder Thüringen. «Nur wenige bleiben hier», sagte Petri. Um ein genaueres Bild zu bekommen will der Nabu, dass Menschen in diesem Jahr die überwinternden Tiere via einer App melden.